Giro d'italia: magnier gewinnt nervenaufreibendes finale in sofia!

Die letzte Etappe in Bulgarien hinterließ einen seltsamen Nachgeschmack: Der Giro d'Italia scheint noch lange nicht vollständig auf die asphaltierten Straßen zu finden. Nach dem Desaster in Veliko Tarnovo, dem wilden Samstag und den Ausfällen beim UAE-Team präsentierte sich die dritte Etappe zwischen Plovdiv und Sofia mit einem Peloton, das körperlich und mental angeschlagen war. Doch der Giro wartet nicht – und schenkte erneut ein enges, schnelles und intensives Finale, das Paul Magnier im Foto-Finish in den Straßen von Sofia für sich entschied.

Ein triumph durch millimeterarbeit

Der Franzose von Soudal Quick-Step reckte nach einer haarscharfen Entscheidung die Arme in den Himmel, belohnt für die harte Arbeit seines Teams, das eine mutige Fluchtgruppe jagte, die bis zur letzten Minute an einem überraschenden Ausgang festhielt. Kilometerlang schien es möglich: Zu dritt hatten die Ausreißer noch zwanzig Sekunden Vorsprung. Der Giro, der diese Tage auf Messers Schneide agierte, drohte erneut mit einem unvorhersehbaren Ende. Ein Rennen, das Nerven kostet.

Sevilla’s unermüdlicher kampfgeist

Sevilla’s unermüdlicher kampfgeist

Im Rampenlicht stand erneut Diego Pablo Sevilla. Der Madrilene vom Polti VisitMalta hat sich vorgenommen, diesen Giro-Start zu einer persönlichen Revanche zu nutzen. Er schlich sich wieder in die Fluchtgruppe, kämpfte um die Punkte, raste stundenlang an der Spitze und präsentierte sich in einem Rennen, in dem viele bereits schlappmachen. Sein Vorsprung in der Bergwertung festigte sich nach der Überquerung des Borovets-Passes, wo er nun 24 Punkte aufweist – weit vor Jonas Vingegaard mit neun Punkten. Die Anstiege scheinen ihm zu liegen.

Ein berg, der die sprinter fordert

Ein berg, der die sprinter fordert

Der Borovets, der einzige relevante Anstieg des Tages, sorgte für leichte Unruhe in einer Etappe, die eigentlich für Sprinter konzipiert war. Mit 9,2 Kilometern und einer Steigung von 5,3 % war er zwar kein Gigant, aber dennoch ausreichend, um einige schnelle Männer zu fordern. So erlebte Arnaud De Lie einen schwierigen Tag abseits des Hauptfeldes. Der Belgier verlor im Anstieg Boden, wurde abgehängt und musste sogar die Hilfe von Victor Campenaerts in Anspruch nehmen, der ihm in einer der wenigen menschlichen Szenen des modernen Radsports das bidon reichte, um ihn zu entlasten. Ein Bild, das zeigt, dass der Teamgeist noch lebt.

Uae im schockzustand

Das Peloton behielt zwar stets die Kontrolle, aber die Resonanz der Stürze vom Samstag war deutlich spürbar. Das UAE-Team präsentierte sich geschockt und mit einer Art Notfallversorgung. Adam Yates konnte aufgrund von Nachwirkungen eines Schädelschocks nicht an den Start gehen. Jay Vine erlitt einen Bruch des Ellenbogens und Marc Soler einen Beckenbruch. Das Team aus den Emiraten ging in weniger als 24 Stunden von der Ambition, das Rosa Trikot zu erobern, zu dem Überlebenskampf zwischen Verletzungen und Ausfällen über. Eine Situation, die kaum zu bewältigen ist.

Vingegaard im griff

Währenddessen scheint sich das Rennen immer klarer um Jonas Vingegaard zu drehen. Der Däne erlebte erneut einen ruhigen Tag, geschützt und ohne Zwischenfälle. Ihm genügt im Moment, den Eindruck von Kontrolle zu vermitteln. „Gestern hatte ich gute Beine“, hatte er vor dem Start gesagt, noch immer gezeichnet vom Chaos der vorherigen Etappe. Der Giro ist noch lange nicht zu Ende, aber viele beobachten bereits jede Bewegung des Führenden von Visma, als ob die Gesamtwertung unweigerlich um ihn kreisen würde.

Ein rennen ohne ruhe

Magnier nahm die Etappe mit nach Hause, Sevilla gewann erneut Anerkennung und Respekt aus der Fluchtgruppe. Und Bulgarien verabschiedete den Giro mit einer deutlichen Schlussfolgerung: Dieses Rennen hat noch keine Ruhe gefunden. Am Montag steht ein Transfer nach Italien an, aber die Spannung bleibt.