Giro d’italia: keine neutralisierung in rom – „das wird nie wieder vorkommen!“, poltert verantwortlicher
Rom – Die Aufregung um die verfrühte Neutralisierung auf der 15. Etappe des Giro d’Italia hält an. Nachdem das Feld aufgrund von Sicherheitsbedenken bereits 16,3 Kilometer vor dem Ziel angehalten wurde, gibt es nun klare Ansagen vom Veranstalter RCS Sport: Die letzte Etappe durch Rom wird wie geplant, ohne Neutralisierung, stattfinden. Ein Versprechen, das mit deutlichen Worten untermauert wurde.
Die debatte um die sicherheit geht weiter
Die Entscheidung, die Etappe in Mailand frühzeitig zu neutralisieren, hatte eine hitzige Diskussion ausgelöst. Jonas Vingegaard hatte im Namen des Feldes auf die unsichere Streckenführung hingewiesen. Nun meldet sich Stefano Allocchio, ehemaliger Sprinter und aktuelles Mitglied des Rennleitungsteams, zu Wort. Seine Worte sind unmissverständlich: „Was in Mailand passiert ist, darf sich nie wiederholen. Die Rundstrecke in Mailand war sicher.“
Allocchio zeigt sich wenig verständnisvoll gegenüber den Bedenken der Fahrer: „Ich verstehe, dass die Fahrer Bedenken hinsichtlich der Sicherheit haben, aber was sollen wir tun? Nie wieder Sprintankünfte veranstalten?“ Eine rhetorische Frage, die die Zerreißprobe zwischen Sicherheit und Spektakel im Radsport verdeutlicht.

Copeland kritisiert das vorgehen
Auch Brent Copeland, Teammanager bei Jayco-AlUla und Präsident der Internationalen Vereinigung der Profi-Radsportteams (AIGCP), übt scharfe Kritik. Er befand sich als Gast und potenzieller Investor am Ziel in Mailand und geriet nach der Neutralisierung in Erklärungsnot. „RCS hatte großartige Arbeit geleistet und alles organisiert, damit der Giro ins Zentrum von Mailand zurückkehren konnte“, so Copeland. „Es waren viele besondere Gäste und Partner da, die alle zum Rennen am Sonntag eingeladen waren. Alle schauten zu, aber dann wurde die letzte Runde neutralisiert, und die Stimmung war dahin.“
Copeland erinnert an einen ähnlichen Protest im Jahr 2007, bei dem Lance Armstrong und Danilo di Luca demonstrierten. „Jetzt, 17 Jahre später, ist etwas Ähnliches passiert, wir haben also nichts daraus gelernt“, klagt er. Er plädiert für eine offene Diskussion über Sicherheitsfragen vor den Etappen, um das Image des Radsports nicht zu beschädigen.
Die Organisatoren zeigen sich unnachgiebig: „Der Rundkurs in Rom ist genau derselbe wie im letzten Jahr, daher kennen ihn die Fahrer und Teams und sind bereits darauf gefahren. Wir haben der Bitte der Fahrer in Mailand entsprochen, und sie haben sich bei uns bedankt, aber das wird nicht wieder vorkommen.“ Ein klares Signal an das Fahrerfeld: Die Sicherheit wird ernst genommen, aber das Rennen wird nicht unterbrochen.
Die Spannung vor der letzten Etappe des Giro d’Italia ist damit noch weiter gestiegen. Ob die Fahrer die Botschaft der Organisatoren verstanden haben und sich an die Regeln halten, wird sich zeigen. Eines ist jedoch sicher: Die Diskussion um die Sicherheit im Radsport wird weitergehen – auch nach dem Rennen.
