Giro d'italia: ef education-easypost krempelt plan nach carapaz-ausfall um
Das Team EF Education-EasyPost steht vor einer ungewöhnlichen Herausforderung beim Giro d'Italia. Nach der unerwarteten Absage von Richard Carapaz, der als klarer Kapitän gehandelt wurde, muss das Team seine Strategie grundlegend neu ausrichten. Ein Umbruch, der die Ambitionen des Teams deutlich verändert.

Die suche nach etappensiegen und konstanz
Die Verletzung von Carapaz, die nach der Volta a Catalunya zu einer 24-tägigen Zwangspause führte, machte eine Teilnahme am Giro für den Ecuadorianer unmöglich. Sportdirektor Juanma Garate erklärte, dass das Team daraufhin gezwungen war, seine Pläne komplett zu überdenken. Der Fokus liegt nun auf Etappensiegen und dem Erreichen von konstant guten Ergebnissen in allen Phasen der Rundfahrt. „Wir müssen jetzt anders spielen“, so Garate.
Besonders Madis Mikkels wird in den Massensprints eine wichtige Rolle spielen. Auch Markel Beloki und Jefferson Cepeda werden weiterhin in der Gesamtwertung eine gute Position einnehmen und versuchen, sich dort zu behaupten. Garate betonte, dass die entscheidende Etappe zum Blockhaus eine wichtige Standortbestimmung bringen wird. „Die Etappe von gestern wird uns morgen zu schaffen machen“, warnte er.
Ein Schlüsselmoment ereignete sich bereits in der fünften Etappe, als Afonso Eulálio und Igor Arrieta in einer Ausreißergruppe einen entscheidenden Vorsprung herausfahren konnten. Garate gab zu, dass diese Entwicklung im Team erwartet wurde. „Wir wussten, dass eine Ausreißergruppe die maglia rosa übernehmen und lange behalten könnte“, erklärte er und erinnerte an den Fall von David Arroyo, der durch eine erfolgreiche Fluchtgruppe eine Grand Tour maßgeblich beeinflusst hatte. Eulálio bezeichnete Garate als „sehr guten Fahrer“ und kritisierte, dass andere Teams die Verfolgung nicht ausreichend unterstützt hätten.
Die Bedingungen am Blockhaus versprechen ein hartes Rennen. Der Wind in den unteren Abschnitten, die freie Exposition und die Möglichkeit, das Feld frühzeitig zu zerteilen, machen die Etappe zu einer echten Zerreißprobe. Beloki wird dabei eine wichtige Rolle spielen, obwohl Garate jeglichen Druck von ihm nimmt. „Wir wollen sehen, wo wir wirklich stehen“, sagte er. Das Team wird einen konservativen Ansatz verfolgen und die Kräfte verhalten einsetzen, um die ersten Anstiege zu bewältigen.
Die Entscheidung, die Ausreißergruppe ziehen zu lassen, war eine bewusste taktische Wahl, die auf die vorhergesagten Wetterbedingungen zurückzuführen war. Es war eine kalkulierte Wette, die sich auszahlte, und zeigt die Flexibilität und das taktische Geschick des Teams. Die Konzentration liegt nun darauf, die physischen und klimatischen Strapazen zu überwinden und die Stärken des Teams optimal einzusetzen. Die Strategie ist klar: Beobachten, analysieren und dann zuschlagen, wenn sich die Gelegenheit bietet.
Die bisherige Entwicklung des Giro d'Italia hat gezeigt, dass Überraschungen an der Tagesordnung sind. Das Team EF Education-EasyPost hat bewiesen, dass es in der Lage ist, sich schnell an veränderte Bedingungen anzupassen und neue Wege zu gehen. Die bevorstehende Etappe zum Blockhaus wird zeigen, ob diese Anpassungsfähigkeit auch zu sportlichem Erfolg führt. Die Luft ist dünn, die Konkurrenz schläft nicht – und der Giro d'Italia ist noch lange nicht entschieden.
