Giráldez rotiert ohne pause – 36 spieler, eine vision

Claudio Giráldez hat in dieser Saison noch kein einziges Mal dieselbe Startelf aufgestellt. Nicht einmal. Das ist keine Taktik aus der Not heraus – das ist ein klares Bekenntnis: Bei ihm zählt der gesamte Kader, nicht nur die üblichen Verdächtigen. 36 Spieler haben bereits Einsatzminuten gesammelt, darunter mehrere Talente aus dem Nachwuchs. Nur ein Name fehlt noch in der Liste: Torhüter Marc Vidal, der dritte Keeper, wartet weiterhin auf seinen Moment.

Radu trägt die last – und tut es klaglos

Wer die Zahlen kennt, versteht sofort, wer das Rückgrat dieser Mannschaft ist. Ionuț Radu steht bei 3.510 Minuten. In der Liga hat er keine einzige Partie verpasst, lediglich ein Spiel in der Europa League und eines im Pokal blieben ihm erspart. Die Lücke zum Zweiten ist keine Kleinigkeit – sie ist ein Graben.

Hinter dem rumänischen Keeper folgt Marcos Alonso als fleißigster Feldspieler mit 2.873 Minuten. Dann kommt Javi Rodríguez mit 2.823, dicht gefolgt von Moriba (2.699), Sergio Carreira (2.638), Starfelt (2.394), Mingueza (2.363), Borja Iglesias (2.198) und Miguel Román (2.004). Neun Spieler über der 2.000-Minuten-Marke – das zeigt, wie breit Giráldez die Last verteilt.

Aspas, der kapitän im schatten der rotation

Aspas, der kapitän im schatten der rotation

Wer Iago Aspas kennt, weiß: 1.669 Minuten sind für ihn in anderen Saisons keine Zahl, über die man redet – das wäre früher ein schlechter Monat. Jetzt ist er der zehnte meisteingesetzte Spieler seines eigenen Teams. Giráldez schont ihn, dosiert ihn, behandelt ihn wie einen wertvollen Joker, den man nicht zu früh ausspielt. Ob Aspas das genauso sieht, ist eine andere Geschichte. Ferran Jutglà kommt mit 1.639 Minuten direkt hinter ihm – zusammen würden die beiden das rechnerische Stammelf-Bild vervollständigen.

Die randnotizen, die eigentlich keine sind

Die randnotizen, die eigentlich keine sind

Am anderen Ende der Tabelle steht Franco Cervi mit gerade einmal 165 Minuten – der am wenigsten eingesetzte Spieler der ersten Mannschaft nach Marc Vidal. Álvaro Núñez bringt es auf 112 Minuten, aber er ist erst kürzlich zum Kader gestoßen, das relativiert die Zahl.

Und dann sind da noch die sechs Nachwuchsspieler, die Giráldez in dieser Saison bereits ins kalte Wasser geworfen hat: Ángel Arcos, Hugo González, Óscar Marcos, Andrés Antañón, Pablo Meixús und Hugo Burcio. Sechs Namen aus dem Filial, die nun wissen, wie sich Ernstkampfminuten anfühlen. Das ist kein Zufall. Das ist Methode.

Giráldez baut keinen Kader – er baut eine Gemeinschaft. Und Radu hält sie zusammen, Minute für Minute, Spiel für Spiel.