Gino mäder: gedenkstätte am albulapass enthüllt – ein vermächtnis lebt weiter

Zwei Jahre sind vergangen, seit der schreckliche Unfall, der den Radsport in Atem hielt. Am 16. Juni 2023 verstarb Gino Mäder, ein talentierter Sportler, dessen Karriere abrupt endete. Nun, zum zweiten Jahrestag, wird am Ort seines Unglücks ein Denkmal eingeweiht – ein Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit.

Die tragödie und ihre folgen

Der 15. Juni 2023. Ein Tag, der für immer in die Annalen des Radsports eingehen wird. Auf der fünften Etappe der Tour de Suisse stürzte Gino Mäder in einer Abfahrt vom Albulapass. Der Aufprall war verheerend, die Verletzungen lebensbedrohlich. Noch am Unfallort kämpften Sanitäter um sein Leben, doch es gelang nicht. Sein Team, Bahrain-Victorious, verließ daraufhin die Tour, die folgende Etappe wurde in eine Gedenkfahrt umgewandelt. Die Startnummer 44 wird in der Schweiz für immer aus dem Verkehr gezogen bleiben.

Die Worte seiner Mutter, Sandra Mäder, hallen noch immer nach. Im Gespräch mit dem Südkurier beschrieb sie die erschütternde Erkenntnis, dass das Leben ihres Sohnes jederzeit enden könnte. „Ein Sturz – und alles kann vorbei sein.“ Die Diagnose im Krankenhaus war niederschmetternd: Gino würde nie mehr sprechen oder laufen können, nie wieder „Mami“ sagen.

Auch Radsportlegende Fabian Cancellara war tief betroffen. Als Teamleiter des Teams Tudor war er unmittelbar in die Tour de Suisse involviert. „Ich war im Ziel, als die Nachricht kam. Drei Sekunden, und alles war still. Eine tiefe Traurigkeit“, erinnerte sich Cancellara. Er sprach von unerwarteten Momenten der Erinnerung, die ihn immer wieder traurig stimmten, aber gleichzeitig auch zum Lächeln brachten.

Ein denkmal für gino mäder

Ein denkmal für gino mäder

Die Familie Mäder gründete den Verein rideforGino, um das Mitgefühl in etwas Bleibendes zu verwandeln. Durch Spenden, Gedenkfahrten und den Verkauf von Socken konnte bereits einiges an Geld gesammelt werden. Jetzt, am Jahrestag des Unglücks, wird am Albulapass eine Gedenkstätte enthüllt. Die Skulptur des Bildhauers Gügi Eugster, der Onkel von Gino Mäder, trägt den Titel „Verbunden Sein“ und soll an den jungen Radprofi erinnern.

Die Zeremonie findet am Donnerstag, kurz vor dem Start der fünften Etappe der Tour de Suisse in La Punt, statt. Es ist ein Moment der Ehrung für einen talentierten Sportler, der nicht nur für seine sportlichen Leistungen, sondern auch für sein Engagement im gesellschaftlichen Bereich und für den Klimaschutz bekannt war. Sein Buch „Gino Mäder – Der Aufstieg eines Wunderkinds im Radsport“ hält sein Andenken wach.

Gino Mäder hinterließ eine beeindruckende Karriere mit Etappensiegen beim Giro d’Italia und der Tour de Suisse, sowie einem vielversprechenden fünften Platz bei der Vuelta a España. Sein Talent war unbestritten, sein Potenzial schien grenzenlos. Sein Tod hat den Radsport verändert, Sicherheitsvorkehrungen wurden überarbeitet und verstärkt. Doch das Vermächtnis von Gino Mäder lebt weiter – in den Herzen seiner Familie, seiner Freunde und der gesamten Radsportgemeinschaft. Ein Leben, das zu früh endete, aber dessen Erinnerung für immer in den Herzen bleiben wird.