Gimnasia: russland und belarus dürfen wieder starten – ukraine protestiert!
Ein Erdbeben erschüttert die internationale Turnwelt: Die Europäische Turnunion (ETU) hat beschlossen, die Entscheidung von World Gymnastics zu akzeptieren und alle Sperren für russische und belarussische Athleten aufzuheben. Das bedeutet, dass sie ab sofort wieder unter ihrer Flagge, mit ihrer Hymne und in ihren Nationaltrikots bei Wettbewerben starten dürfen – darunter auch die Rhythmus-Europameisterschaften in Warna, Bulgarien, die am 27. Mai beginnen.

Die entscheidung der etu: ein zugeständnis an world gymnastics
Der Exekutivausschuss der ETU gab diese überraschende Kehrtwende am Sonntag in einer Pressemitteilung bekannt, nachdem die Mitglieder abgestimmt hatten. Der Hintergrund ist die jüngste Entscheidung von World Gymnastics vom 18. Mai, die Sanktionen gegen russische und belarussische Turnerinnen und Turner aufgehoben hat, die seit 2022 aufgrund der Invasion der Ukraine verhängt worden waren. Die ETU begründet ihren Schritt damit, dass die entsprechenden Regeln von World Gymnastics nicht mehr in Kraft sind und erklärt, die Entscheidung werde auf einer bevorstehenden außerordentlichen Generalversammlung noch ratifiziert.
Doch die Freude in Moskau und Minsk dürfte getrübt sein: Die Ukraine reagierte mit heftiger Kritik auf die Entscheidung. Die ukrainische Turnföderation sieht darin eine „tiefe Diskriminierung“, die „den ethischen Grundsätzen des Sports widerspricht“ und „erhebliche rechtliche Widersprüche“ mit den Bestimmungen des Dachverbands aufweist. In einer Erklärung forderte die Ukraine die sofortige Einberufung eines außerordentlichen Kongresses von World Gymnastics, um eine Debatte unter allen Mitgliedsstaaten zu ermöglichen.
Die Situation ist brisant. Während die ETU sich an die Vorgaben von World Gymnastics hält, sieht sich die Ukraine im Unrecht und fordert eine Überprüfung der Entscheidung. Die Frage ist, ob dieser Schritt die ohnehin schon angespannte politische Lage im internationalen Sport weiter verschärfen wird. Die Rhythmus-Europameisterschaften in Warna könnten zu einem Brennpunkt dieser Kontroverse werden.
Die Zahl der Athleten, die von dieser Entscheidung betroffen sind, ist beträchtlich. Es bleibt abzuwarten, wie sich die anderen europäischen Nationen positionieren werden und ob die Ukraine ihre Forderung nach einem Kongress von World Gymnastics durchsetzen kann. Die Turnwelt steht vor einer Zerreißprobe.
