Giménez: selbsternannter torschützenkönig – trotz torflaute!

Santiago Giménez, der Stürmer des AC Milan, scheint in einer eigenen Welt zu leben. Während seine Trefferquote in der Serie A seit September gegen Null tendiert, wagt er den kühnen Schritt, sich selbst zum Weltfußballer zu krönen. Ein Schachzug, der bei den Milan-Fans für Stirnrunzeln sorgt und die Frage aufwirft: Hat der junge Mexikaner den Blick für die Realität verloren?

Ein interview, das für aufsehen sorgt

Ein interview, das für aufsehen sorgt

Im jüngsten Interview für das Musikmagazin Billboard, gab Giménez in schwindelerregender Höhe auf die Frage nach dem WM-Torschützenkönig die Antwort: „Santi!“ Dabei ignorierte er die beeindruckenden 61 Tore von Harry Kane in der laufenden Saison und ließ auch Lionel Messi, Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé in seiner persönlichen Rangliste hinter sich. Ein Statement, das für Verwunderung sorgte und die Gemüter in der lombardischen Hauptstadt erhitzt.

Die Statistiken sind unerbittlich: Giménez ist einer von nur zwei zentralen Stürmern in den Top-Fünf-Ligen Europas, der in dieser Saison noch kein Tor erzielt hat. Ein Umstand, der die Glaubwürdigkeit seiner Selbstinszenierung weiter schmälert. Die kommenden WM-Partien gegen Südafrika, Südkorea und die Tschechische Republik werden zeigen, ob Giménez seine kühnen Ankündigungen mit Toren untermauern kann.

Doch es gibt mehr als nur leere Versprechungen. Giménez gewährte Einblicke in die Herkunft seines Spitznamens „Bebote“: „Meine Familie gab es mir, weil ich als Neugeborener sehr groß war. ‘Bebote’ bedeutet ‘Großes Baby’. Ein Freund meines Vaters, der Journalist im Fernsehen war, rief nach meinem ersten Tor in der Primera División: ‘Gol del Bebote!’ Von da an nannten mich alle so.“

Trotz seiner aktuellen Torflaue genießt Giménez die Unterstützung der Milan-Fans, die ihn wie ein Familienmitglied betrachten. Sein letztes Tor für die Rossoneri erzielte er am 23. September im Coppa Italia gegen Lecce. Ein Tor, das nun schon seit 260 Tagen her ist – eine gefühlte Ewigkeit für einen Stürmer mit solchen Ambitionen.

Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob Giménez jemals sein Potenzial voll ausschöpfen wird, sondern ob er seinen kühnen Traum vom Torschützenkönig in der Realität verwirklichen kann. Denn eines ist klar: In der Welt des Fußballs zählen am Ende nicht die Worte, sondern die Tore.