Gasperini zerlegt die verletzungsmisere: „champions-league-platz trotz dybala-aus? wir sind drin!“
Rom – Gian Piero Gasperini wirkt nicht wie ein Mann, der rechnet. Er redet wie einer, der schon gerechnet hat. „Wenn du hier in Rom gut liegst, bist du schnell ein Held. Wenn nicht, bist du es trotzdem – nur andersrum“, sagt er und lacht kurz auf. Dann kommt der Satz, der in Trigoria die Runde machen wird: „ChampionsLeague? Sagen wir es so: Wir sind noch drin. Und wir bleiben drin.“
Die verletztenliste liest sich wie ein krimi
Paulo Dybala fehlt, season over. Evan Ndicka ist noch auf dem Platz zusammengebrochen, sein Name steht noch auf der Ersatzbank, aber nur noch symbolisch. Dann Ferguson, der nach monatelanger Reha wieder auftauchte, einen starken Dezember spielte und sich das Knie erneut verdrehte. Operation. Saisonende. Angelino? „Besser, aber wann er wieder läuft, weiß kein Arzt der Welt.“ Bailey, Dovbyk – alle weg. „15, 16 Spieler hatten kaum einen Muskelkater, der Rest saß im Kreißsaal“, sagt Gasperini und schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch. „Das ist kein Jammern. Das ist Mathematik.“
Genau deshalb wird er gegen Genoa nicht richten, sondern drehen. Donyell Malen ist zurück, Pisilli darf erneut von Beginn an zeigen, warum die Curva Sud sein Lied schon einstudiert hat. „Wir spielen nicht gegen den FC Bologna, wir spielen gegen den Moment“, sagt der Trainer. „Wenn du in Genua zögerst, frisst dich das Marassi. Keine Rechnerei, keine Europa-League-Phrasen. Ball rein, Punkte mit.“

Totti-cena? „wir haben gegessen, nicht verhandelt“
Der Klub hatte offiziell nichts dazu gesagt, als Francesco Totti nach fast zwei Jahren Funkstille wieder im Trainingszentrum auftauchte. Jetzt bestätigt Gasperini das Treffen. „Wir haben gegessen, nicht verhandelt. Er erzählt Fußball so, wie ich ihn liebe: direkt, schnörkellos, mit Zahlen und Winkeln. Aber ich bin hier seit neun Monaten, und niemand hat je ein Angebot gemacht. Wer zahlt? Keiner. Die Rechnung liegt noch offen – und zwar auf dem Platz.“
Die Tabelle sagt: Platz fünf, drei Punkte hinter Atalanta. Die Statistik sagt: Seit 2014 gewann Roma nur zweimal in Genua. Gasperini sagt: „Statistiken sind für Betroffene. Wir sind Betroffene, aber wir sind auch Betreiber.“ Dann steht er auf, zieht die Kapuze über den Kopf und geht Richtung Feld. Keine Rhetorik, keine Kriegserklärung. Nur der Satz, der hängen bleibt: „Wenn wir in Mailand noch spielen, spielen wir auch in Madrid.“
