Ganna fliegt erstmals in flandern – und kassiert sofort strafe

Filippo Ganna schreibt Geschichte und bekommt sofort eine Rechnung. Nach seinem ersten Ein-Tages-Coup in Flandern wurde der Italiener wegen einer verbotenen Flaschen-Schleppfahrt mit 200 Franken gebüsst – sein Team Ineos zahlt sogar 500. Der Sieg bleibt, die Schramme im Image auch.

Der vorfall, der niemanden überrascht

Zur Erinnerung: 47 km vor dem Ziel riss Ganna mit zwei Materialschäden fast zehn Kilometer mit dem Auto davon, statt sich ins Feld zurückzukämpfen. Die Fernsehbilder zeigten, wie er sich an der Flasche seines Direkteurs sportlich aalen ließ – ein Klassiker, der „sticky-bottle“ genannt wird und regelmäßig mit Geldstrafen endet. Die Jury stufte die Tat als „nicht rennentscheidend“ ein, weshalb das Ergebnis stehen bleibt.

Die Strafe ist lachhaft niedrig, das Problem riesig. 200 Franken sind für einen Ineos-Kapitän weniger als ein Satz Carbonfelgen. Die Szene zeigt: Selbst ein Technik-Defekt kann heute zum Startplatz für kleine Betrugsmanöver werden, wenn das Regelwerk keine wirkliche Abschreckung bietet.

Warum van aert trotzdem der dumme ist

Warum van aert trotzdem der dumme ist

Wout van Aert schaute auf den letzten 150 Metern in den Spiegel und sah Ganna wie einen Expresszug vorbeiziehen. Der Belgier hatte das Rennen lange kontrolliert, seine Mannschaft zündete die letzte Rakete, doch Ganna schob sich dank Schleppfahrt und Gegenwind mit 60 km/h ins Bild. Van Aert kann klagen, dass die Jury keine Konsequenzen für den Rennausgang zog – er bleibt der moralische Sieger, Ganna der Bücher-Sieger.

Die Konsequenz: Die UCI muss endlich an der Schraube drehen. Kleingeldstrafen sind ein Einladungskarte für neue Flaschen-Tricks. Wer sich ernsthaft gegen Windmacher wehren will, maha mindestens Zeitstrafen oder Sektoren mit Tempolimits auf den letzten 30 Kilometern einführen. Solange das nicht passiert, zahlen die Sportler den Preis ihrer Ehrlichkeit – und der Sieger kassiert bloß einen Kaffeegeld-Betrag.