Ganna dominiert, bernal gewinnt zeit: der giro dämpft das feld!

Die zweite Woche des Giro d’Italia hat mit einer gnadenlosen Zeitfahraufgabe begonnen, die das Klassement des Rennens auf den Kopf gestellt hat. Filippo Ganna präsentierte sich in der 10. Etappe als schier unaufhaltsame Kraft, während Egan Bernal überraschend gut aus der Affäre wandelte und sich entscheidend positionierte.

Gannas machtdemonstration erschüttert die generalwertung

Die 42 Kilometer lange Einzelzeitfahrt zwischen Viareggio und Massa waren für viele Anwärter auf den Gesamtsieg eine Zäsur. Filippo Ganna (Netcompany INEOS) nutzte die Chance, seine außergewöhnliche Zeitfahrentalente zu demonstrieren und fuhr eine Zeit von 45 Minuten und 53 Sekunden – eine Leistung, die das Feld in Staunen versetzte. Sein Teamkollege Thymen Arensman schloss als Zweiter ab, nur 1 Minute und 54 Sekunden hinter Ganna, und katapultierte sich damit auf den dritten Platz der Gesamtklassement.

Doch die Auswirkungen der Zeitfahrt reichten weit über die vordersten Plätze hinaus. Der portugiesische Maglia-Rosa-Träger Afonso Eulálio musste sich geschlagen geben und verlor 4 Minuten und 57 Sekunden auf Ganna. Trotz dieses Rückschlags konnte er seinen rosa Trikot behaupten, allerdings nur mit einem knappen Vorsprung von 27 Sekunden vor Jonas Vingegaard.

Der dänische Vizeweltmeister Vingegaard zeigte keine seiner besten Leistungen und verlor 3 Minuten auf Ganna, was ihm eine enttäuschende 13. Platzierung in dieser Etappe einbrachte. Auch wenn die interne Analyse von Visma-Lease a Bike von einem Tag unter dem Normalniveau Vingegaards spricht, ist die mathematische Realität unbestreitbar: Der Abstand zum Führenden schrumpft, und der Kampf um das Gesamttrikot wird sich in den kommenden Alpenetappen dramatisch zuspitzen.

Bernal findet seine form und klettert im klassement

Bernal findet seine form und klettert im klassement

Für das kolumbianische Team war die Zeitfahrt ein Lichtblick. Egan Bernal, ehemaliger Tour-de-France- und Giro-Sieger, zeigte eine beeindruckende Leistung und raste die 49 Kilometer in 49 Minuten und 40 Sekunden ab – die 23. schnellste Zeit des Tages. Diese solide Zeit reichte ihm, um im Gesamtklassement zwei Positionen aufzusteigen und nun auf dem 13. Platz zu liegen, nur 5 Minuten und 39 Sekunden hinter Eulálio.

Die Sensationsmeldungen aus dem Netcompany INEOS-Team sind eindeutig: Bernal hat einen kritischen Tag gemeistert, ist der beste kolumbianische Fahrer im Rennen und hat seine Chancen auf eine Top-10-Platzierung in den bevorstehenden Bergwertungen intakt gehalten. Einer Rubio, der andere kolumbianische Hoffnungsträger, liegt mit über 28 Minuten Rückstand weit zurück.

Die aktuelle Gesamtwertung des Giro d’Italia sieht wie folgt aus:

  • Afonso Eulálio (POR/Bahrain - Victorious) — 39h 40' 34''
  • Jonas Vingegaard (DEN/Visma - Lease a Bike) — a 27''
  • Thymen Arensman (NED/Netcompany INEOS) — a 1' 57''

Am mittwoch geht es weiter: die bergwertung wartet

Am mittwoch geht es weiter: die bergwertung wartet

Die nächste Etappe, die 11. des Giro, führt das Peloton von Porcari nach Chiavari über 195 Kilometer und verspricht eine weitere taktische Schachpartie. Mit drei Bergwertungen – zwei der dritten und eine der zweiten Kategorie – wird die Etappe zu einem Fest für Ausreißer und Bergfahrer. Visma-Lease a Bike wird versuchen, die Form des Führenden Eulálio zu testen, während Netcompany INEOS mit Arensman auf dem Podium und Bernal im Schatten seine Positionen zu festigen versucht. Der Giro 2026 ist in vollem Gange und verspricht packende Rennen bis zum Schluss.