Futkeu an die latte, fürth bleibt unten: 1:1 im frankenderby reicht nicht
Das 276. Frankenderby war keine 15 Minuten alt, da hatte Noel Futkeu schon wieder zugeschlagen. Der Fürther Lebensversicherung schob zum 17. Saisontor ein, schien dem Kleeblatt den Abstieg vom Hals zu schieben. Doch am Ende stand dasselbe Bild wie zuvor: Greuther Fürth auf Platz 17, drei Spieltage vor Saisonende.
Der club kommt spät, aber mit wucht
Die ersten halbe Stunde gehörte komplett den Hausherren. Paul Will feuerte aus 22 Metern, Keeper Jan Reichert klatschte den Ball nach vorn – und Futkeu reagierte blitzschnell. 13. Minute, 1:0, Ronhof tobte. Fürth drückte weiter, Felix Higl scheiterte zweimal aus fünf Metern an Reichert, die Vorentscheidung lag in der Luft.
Doch der Club schüttelte sich erst einmal wach. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte warfen sich die Nürnberger nach voran, Silas Prüfrock parierte stark gegen Lochoshvili – doch Fabio Gruber stocherte den Abpraller über die Linie. 45+3, 1:1, die Luft war raus.

Zweite hälfte: nur noch rot-schwarz
Wer nach der Pause erwartete, dass Fürth den Schwung wiederfindet, sah sich getäuscht. Nürnberg übernahm das Kommando, spielte befreit auf. Finn Becker und Julian Justvan liegen zwei Mal hintereinander den Führungstreffer auf dem Fuß, Justvan setzte eine Ecke sogar frei köpfig übers Gehäuse. Die Fürther verloren die Ordnung, die Zweikämpfe, den Glauben.
Trainer Heiko Vogel wechselte, schrie, winkte – vergeblich. Sein Team fand keinen Weg mehr durch die dicht gestaffelte Club-Abwehr. Die letzte Großchance hatte sogar noch Nürnberg, Prüfrock rettete gegen Becker. Abpfiff, 1:1, ein Punkt für Fürth, der wie Nichts wiegt.

Jetzt heißt es: berlin und düsseldorf
Der Restprogramm der SpVgg liest sich wie ein Krimi: Auswärts bei Hertha BSC, dann Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf – beide Konkurrenten punktgleich. „Wir haben es selbst in der Hand“, sagte Vogel, aber seine Stimme klang wie Blei. Die Wahrheit: Nur zwei Siege retten den Klassenerhalt, alles andere wäre Relegations-Roulette.
Noel Futkeu wird im Sommer zurück nach Frankfurt gehen, 17 Tore hat er geschossen, fast jeder zweite Fürther Treffer trägt seine Handschrift. Ohne ihn sieht die Tabelle noch düsterer aus. Was bleibt, ist die Erkenntnis: Ein Tor reicht nicht, wenn die eigene Hälfte nachlässt. Fürth muss jetzt zweimal alles geben – oder die 2. Liga wartet.
