Fusionsschock: herrsching und unterhaching bilden münchner volleyball-giganten

Die Volleyball-Bundesliga bekommt einen neuen Machtfaktor. Die WWK Volleys Herrsching und der TSV Unterhacking verschmelzen zur Saison 2026/27 zur WWK Volleys München – ein Zusammenschluss, der die Liga neu ordnet.

Keine notlösung, sondern angriff

„Kompromiss“ war gestern. Max Hauser und Mihai Paduretu sprechen von einer „Position der Stärke“. Herrsching (Tabellenplatz 8) und Unterhaching (Platz 11) liegen zwar auseinander, doch die Luftlinie von 34 Kilometern gilt ab Sommer 2027 als Makulatur. Drei Spielstätten – Unterhaching, Herrsching und München – sollen ein regionales Netz spannen, das bayernweit Talente anzieht.

Die Profimannschaften fusionieren, die Stammvereine bleiben eigenständig. Ein Modell, das andere Bundesligisten seit Jahren diskutieren, aber nie wagten. „Wir bündeln Kräfte, schaffen Synergien“, sagt Hauser. Paduretu ergänzt: „Wir wollen gemeinsam mehr, als wir allein erreichen können.“

München wird zur volleyball-hochburg

München wird zur volleyball-hochburg

Die Metropolregion München besitzt mit dem Münchner SC bereits einen traditionsreichen Klub, doch der schwächelt in der 2. Bundesliga. Die WWK Volleys München starten dagegen mit Anspruch: „Schritt für Schritt zu einem der Topteams der Liga reifen“, lautet das offizielle Ziel. Hinter den Kulissen kursiert die Marschrichtung Playoffs 2028, Titelkampf 2030.

Die Logistik ist gewagt: Ein Kader für drei Hallen, ein Trainingscampus, der Pendlerströme erzeugt. Doch die Sponsoren stehen bereits Schlange. Die WWK Versicherung erhöht laut Vereinskreisen ihre Präsenz deutlich, ein zweiter Premium-Partner wird in Kürze präsentiert. Die Lizenzspieleretat-Obergrenze der VBL liegt aktuell bei 1,2 Millionen Euro – die Münchner dürften sie künftig ausreizen.

Die Fans reagieren gemischt: Die Fangruppe „Blue Sharks“ aus Herrsching feiert das Projekt als „Bayern-Derby 2.0“, während Unterhachings Ultra-Block „Haching 05“ um die Identität fürchtet. „Wir bleiben bunt, nicht grau“, heißt es in internen Chats. Der Klub verspricht Fanbeiräte in beiden Städten und ein neues Trikot-Design, das Elemente beiner Vereine trägt.

Die Konkurrenz blickt neidisch. Friedrichshafen, Berlin und Hamburg haben in den letzten Jahren Fusionen abgelehnt, um Tradition zu wahren. Nun droht München der Sprung aus dem Mittelfeld in die Spur der Titelanwärter. Die Liga veröffentlicht am Freitag den neuen Spielplan – mit doppelt so vielen Topspielen in der bayerischen Landeshauptstadt.

Die Entscheidung ist gefallen, die Uhren laufen anders. Wer nächste Saison in der VBL mitspielt, muss durch München – sonst fährt man nicht mit.