Fußball-marathon für 50.000 dollar: zwei amerikaner schaukeln die wm durch

New York – Ein Glaskasten mitten auf dem Times Square, zwei Fußballfans und 104 Spiele: Austin Franklin und Kevin Akoto leben gerade ihren ungewöhnlichsten Traumjob. Für 50.000 Dollar verfolgen sie die FIFA WM 2026 lückenlos – ein Job, der persönliche Opfer fordert, aber auch für einige unerwartete Highlights sorgt.

Der preis der wm-beobachtung: beziehung und job

Der preis der wm-beobachtung: beziehung und job

Die beiden wurden aus Tausenden Bewerbern von Rechteinhaber Fox ausgewählt, um als „Chief World Cup Watcher“ zu fungieren. Akoto kündigte seinen Job in Florida, während seine Ex-Partnerin die neue Aufgabe nicht so enthusiastisch begrüßte. „Der Arbeitgeber hat es gut aufgenommen, die betroffene Person weniger“, scherzte der 26-Jährige.

Ihr Arbeitsplatz ist alles andere als gewöhnlich: ein mit Sofas, Sesseln, Kunstrasen, Tischfußball und zwei gigantischen 85-Zoll-Fernsehern ausgestatteten Glaskasten. Draußen versammelt sich tagtäglich eine begeisterte Zuschauermenge, um ihnen beim Schauen zuzusehen – eine Art öffentlicher Fußball-Kinoabend.

„Es gibt natürlich einige Spiele, die echte Enttäuschungen sind“, räumt Akoto ein. „Aber es gibt auch immer wieder spannende Duelle, die einen fesseln.“ Etwa zwei von fünf Wochen sind bereits absolviert, und die beiden Kollegen scheinen gut miteinander auszukommen. Franklin, der sich selbst als „ziemlich negative Person“ beschreibt, schätzt die positive Energie seines Kollegen. „Es ist schön, jemanden zu haben, der optimistisch ist, jemanden, der anders ist als ich selbst.“

Die Herausforderung der Monotonie: Doch auch die besten Jobs haben ihre Schattenseiten. „Manchmal sehnt man sich nach mehr Fußball-Action“, gesteht Franklin. „Ich freue mich sehr darauf, wenn jetzt zwei Spiele gleichzeitig laufen.“ Der letzte Spieltag der Gruppenphase verspricht da Abwechslung.

Die Geschichte von Franklin und Akoto ist mehr als nur ein ungewöhnlicher Job. Sie ist ein Spiegelbild der zunehmenden Kommerzialisierung des Sports und der Bereitschaft, für das Erleben von Fußball – sei es als Spieler, Trainer oder Zuschauer – persönliche Opfer zu bringen. Die 50.000 Dollar mögen eine beträchtliche Summe sein, aber der Preis, den diese beiden Amerikaner zahlen, zeigt, dass die Leidenschaft für Fußball manchmal mehr kostet, als man denkt.