Fußball: jüngere, mehr frauen – italienischer amateurfußball im wandel?

Rom – Die italienische Fußballszene im Amateurbereich steht vor einer überraschenden Entwicklung. Eine aktuelle Analyse der Plattform Golee, die über 23.000 Trainer und Betreuer im italienischen Amateurfußball untersucht hat, zeigt ein Bild, das sowohl Vertrautes als auch Überraschendes offenbart: Erfahrene Kräfte dominieren zwar noch, doch ein frischer Wind weht durch die Reihen, insbesondere wenn es um die Beteiligung von Frauen geht.

Die ältere garde hält das ruder in der hand

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Fast jeder zweite Trainer (48,6%) im italienischen Amateurbereich ist mindestens 45 Jahre alt. Der Großteil dieser erfahrenen Fachleute liegt sogar zwischen 45 und 54 Jahren. Diese lange Tradition der erfahrenen Trainer ist zweifellos ein wichtiger Bestandteil des italienischen Fußballsystems. Doch die Daten werfen auch die Frage auf, ob es nicht Zeit für eine Erneuerung ist.

Golee, ein führendes System zur Verwaltung von Sportvereinen in Italien, hat diese Erkenntnisse im Rahmen einer Analyse der eigenen Daten und einer Umfrage unter Trainern und Verantwortlichen gewonnen. Das Unternehmen unterstützt aktuell über 20.000 Vereine und mehr als zwei Millionen Athleten und Funktionäre im ganzen Land – von Fußball über Basketball bis hin zu Leichtathletik und Tanz. Die Plattform bietet einen umfassenden Überblick über die Strukturen im italienischen Amateursport.

Frauenanteil steigt langsam, aber stetig

Frauenanteil steigt langsam, aber stetig

Ein Lichtblick in der Gesamtdarstellung ist die zunehmende Beteiligung von Frauen. Derzeit machen sie immerhin 12,3% des Trainerstabs aus. Das ist zwar noch nicht ausreichend, aber ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung. Tommaso Guerra, CEO und Gründer von Golee, sieht darin eine Chance: „Mehr Frauen im Staff bedeutet mehr Vorbilder für Mädchen und junge Frauen, vielfältigere Trainingsansätze und letztlich eine größere Auswahl an Menschen, die den Fußball nicht nur als Athleten, sondern auch als Trainerinnen, Funktionärinnen oder Betreuerinnen erleben möchten.“

Die Erfahrung der älteren Generation ist unbestritten wertvoll, betont Guerra. Aber es braucht auch frische Energie. „Wir brauchen mehr junge Menschen, die sich für eine Karriere im Fußball engagieren wollen, und erfahrene Mentorinnen und Mentoren, die sie auf ihrem Weg unterstützen können.“ Die Analyse von Golee zeigt somit, dass der italienische Amateurfussball vor einer wichtigen Zäsur steht – einer, die sowohl die Demografie als auch die Geschlechterverteilung betrifft.

Die Zukunft des italienischen Amateurfusses wird davon abhängen, ob es gelingt, die Erfahrung der alten Garde mit dem Enthusiasmus und der Innovation der jüngeren Generation zu verbinden – und dabei auch den Weg für mehr Frauen im Sport zu ebnen. Das Erbe des italienischen Fussballs darf nicht verloren gehen, aber es muss sich auch weiterentwickeln, um den Herausforderungen der modernen Zeit gerecht zu werden.