Fürth am abgrund: kann ein fußball-wunder die 3. liga abwenden?

Die SpVgg Greuther Fürth steht vor dem historischen Worst-Case-Szenario: Nach fast drei Jahrzehnten in der 2. Liga oder Bundesliga droht der Abstieg in die Drittklassigkeit. Ein Blick auf die verbleibenden Chancen und die dramatischen Hintergründe.

Die ausgangslage: ein spieltag vor saisonende

Nach dem knappen 1:2 gegen Hertha BSC belegen die Franken einen Abstiegsplatz. Die Situation ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Ein Sieg im letzten Spiel gegen Fortuna Düsseldorf könnte reichen, um die Klasse zu halten – vorausgesetzt, Arminia Bielefeld patzt nicht gegen Hertha.

Doch die Torbilanz spielt Fürth ein Stück weit in die Hände. Sollte Bielefeld einen Punkt holen, wären die Ostwestfalen aufgrund des schlechteren Torverhältnisses knapp vor Fürth. Das bedeutet: Die Franken sind auf Schützenhilfe aus Berlin angewiesen, während sie gleichzeitig selbst gewinnen müssen.

Ein Blick zurück: Die vergangene Saison endete mit dem Aufstieg in die Bundesliga, ein Auf und Ab, das die Fans mitgenommen hat. Nun droht das genaue Gegenteil.

Die rolle des ex-trainers leitl und die versprechen aus berlin

Die rolle des ex-trainers leitl und die versprechen aus berlin

Stefan Leitl, der von 2019 bis 2022 das Ruder bei Fürth übernommen hatte, ist nun Coach von Hertha BSC. Er versprach, dass seine Mannschaft das Spiel ernst nehmen und alles geben würde, um den Kampfgeist der Fürther zu unterstützen. „Wir werden definitiv das bestmögliche Team aufs Feld bringen“, so Leitl, der sich ein Frankenderby in der kommenden Saison wünscht.

Die Erinnerungen an den Sieg gegen Düsseldorf im Jahr 2021, der den Aufstieg besiegelte, sollen den Spielern als Motivation dienen. „Als ich in Fürth-Trainer war, hatten wir auch mal ein Endspiel gegen Düsseldorf, das haben wir damals gezogen“, ermutigte Leitl sein Ex-Team.

Die fans im ronhof: hoffnung und frust

Die fans im ronhof: hoffnung und frust

Das „Do-or-die“-Spiel im Ronhof soll von einer frenetischen Kulisse begleitet werden. Der Verein ruft dazu auf: „Jeder Punkt, jeder Zweikampf, jede Anfeuerung zählt!“ Doch nach dem enttäuschenden Auftritt in Berlin und den Buhrufen der Fans ist die Frage, ob die Stimmung wirklich stimmt.

Torjäger Noel Futkeu, der mit 18 Treffern Toptorjäger der 2. Liga ist, musste sich nach dem Spiel den Beschimpfungen der mitgereisten Anhänger stellen. „Fakt ist: Wir müssen jetzt gewinnen“, sagte Futkeu, dessen Zukunft im Verein ungewiss ist. Ein Last-Minute-Tor im Fürther Dress könnte die Rettung bedeuten.

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber nicht ausgeschlossen. Sollte Fürth mit 3:0 gewinnen und Braunschweig gleichzeitig in Schalke mit 0:3 untergehen, wäre sogar ein Nichtabstiegsplatz möglich. Die Franken brauchen ein Wunder, aber Wunder geschehen im Fußball schließlich doch manchmal.

Die Entscheidung fällt am Sonntag. Ob Fürth den Abstieg abwenden kann, hängt von vielen Faktoren ab – und ein bisschen Glück.