Fünf krebsüberlebende starten ins senegalesische abenteuer – auf dem rad und im kajak

17 Tage lang werden fünf Frauen, die den Krebs besiegt haben, mit dem Mountainbike und dem Kajak durch Senegal preschen. Ihre Mission: Hoffnung exportieren, Sport als Medizin feiern und der Forschung den Rücken stärken. Der Countdown für die zwölfte Ausgabe von Reto Pelayo Vida läuft.

Die auswahl fiel aus 533 bewerbungen

Die Expeditionstruppe steht fest. Irantzu Pinillos aus Pamplona, Marta García Bodí aus Valencia, Vanesa Amigo (Madrid/A Coruña), Milena Amelibia aus San Sebastián und Noemí Carrasco (Madrid/Sevilla) bilden das Dream-Team. Jede von ihnen trägt Narben, die Geschichten erzählen – und nun wollen sie selbst eine Geschichte schreiben, die andere Patientinnen aufstehen lässt.

Die Route führt von Dakars Küste gen Süden, durch Savannen, Naturschutzgebiete und das labyrinthartige Delta des Sine-Saloum bis nach Casamance. Über 600 Kilometer Mix aus Sandpisten, Flussarmen und Atlantikwellen warten darauf, die Lungen der Fünf auf Herz und Nieren zu prüfen. Dabei ist der Krebs für sie längst kein Freund, sondern ein Sparringspartner, den sie aus dem Ring geworfen haben.

Milena amelibia bricht ein tabu

Milena amelibia bricht ein tabu

Zum ersten Mal zieht eine Sportlerin mit chronischem Lymphödem an Bord. Milena bekam die Diagnose Eierstockkrebs mit 35. Nach mehreren vergeblichen Bewerbungen ist sie nun dabei. „Ich will zeigen, dass eine geschwollene Extremität kein Ausstieg ist, sondern nur ein Begleiter, den man managt“, sagt sie. Ihre Betreuung während der Tour wird live dokumentiert – Schulung inklusive.

Marta García musste sich während ihrer Schwangerschaft operieren lassen. Noemí Carrasco traf der Krebs zweimal: Schilddrüse als Kind, Brust als Erwachsene. Irantzu und Vanesa kämpften sich beide durch Brustkrebstherapien, verloren Haare, gewannen Perspektive. Jetzt wollen sie ihre Erfahrung in Kilometern umrechnen.

Antonio de la rosa gibt den takt vor

Antonio de la rosa gibt den takt vor

Expeditionschef ist niemand Geringeres als Antonio de la Rosa, der Extremsportler, der schon den Ozean im Stand-Up-Paddle querte. Er entwarf ein Trainingsprogramm, das zwischen Cardio, Ruderergometer und mentalem Stresscoaching pendelt. „Senegal ist kein Spaziergang, aber auch kein Krieg“, sagt er. „Die Balance zwischen Sicherheit und Herausforderung ist das Salz in der Suppe.“

Die Organisation Trex Exploring liefert das Kamerateam. Die Dokumentation landet später auf Amazon Prime Video – und damit in Millionen Wohnzimmern. Die bisherigen elf Expeditionen schufen eine Community, die sich nicht für Opfer, sondern für Hauptdarsteller hält. Die Quote steigt, die Spenden ebenfalls.

Los geht’s am 20. Oktober. Die Uhr tickt, die Reifen sind aufgepumpt, die Paddel gewachst. Was folgt, ist ein Selbstversuch an der Grenze zur Selbstvergessenheit – und ein Denkmal gegen das Vergessen. Denn jedes Kilometerziehen in Afrika ist ein Fingerzeig auf Laborplätze in Europa. Die Frauen wissen: Wer hier durchhält, treibt dort die Forschung an.

Das Ziel ist klar: Ankunft in Casamance mit gerissenem Muskelkater, aber heiler Seele. Und mit einer Botschaft, die lauter ist als jeder Tumormarker: Krebs ist eine Episode, kein Epilog.