Fünf jahre ohne peter grosser: der kapitän, den das leben zweimal brach

Heute vor genau fünf Jahren, am 2. März 2021, wurde Peter Grosser tot in seiner Münchener Wohnung aufgefunden. Der Mann, der den TSV 1860 München 1966 zur deutschen Meisterschaft geführt hatte, war gegangen – still, allein, und mit einer Lebensgeschichte, die schwerer wiegt als jede Trophäe.

Der kapitän einer ära, die 1860 nie wieder erreicht hat

Wer über die goldenen Jahre der Löwen spricht, kommt an Peter Grosser nicht vorbei. Als offensiver Mittelfeldspieler war er das Herzstück jenes legendären Kollektivs, das Trainer Max Merkel zusammengestellt hatte: Petar Radenkovic im Tor, Rudi Brunnenmeier, Alfred Heiß, Timo Konietzka – und Grosser als Kapitän, als Taktgeber, als derjenige, der den Laden zusammenhielt. Mit 18 Toren in der Meistersaison war er nach Konietzka der treffsicherste Mann im Team. Das war keine Randnotiz. Das war die Substanz einer Meisterschaft.

Dazu kamen der DFB-Pokalsieg 1964 und der Einzug ins Finale des Europapokals der Pokalsieger – dort stoppte erst West Ham United mit Bobby Moore und Geoff Hurst die Löwen. Grosser spielte in einer Epoche, in der 1860 dem großen Rivalen vom anderen Ende der Stadt auf Augenhöhe begegnete. Eine Epoche, die seither nicht zurückgekehrt ist.

Wie er überhaupt zu 1860 kam

Wie er überhaupt zu 1860 kam

Bevor Grosser zur Legende der Löwen wurde, war er Spieler des FC Bayern. Von 1958 bis 1963 trug er das Trikot des Erzrivalen – bis ein Machtkampf hinter den Kulissen seinen Weg neu zeichnete. Der frühere Bayern-Präsident und Mäzen Richard Endler, für den Grosser damals auch als Leiter eines Lieferlagers gearbeitet hatte, verlor seinen Einfluss an Nachfolger Wilhelm Neudecker. Das Ergebnis: Grosser war raus. Der Wechsel zum Lokalrivalen folgte. Was wie eine Niederlage aussah, wurde zur Grundlage seiner größten Erfolge.

Unterhaching, die zweite liebe

Unterhaching, die zweite liebe

Nach einer Station bei Austria Salzburg schlug Grosser ein neues Kapitel auf. Bei der SpVgg Unterhaching übernahm er die Rolle des Spielertrainers und führte den Vorortklub von der Bezirksklasse bis in die Bayernliga – damals die dritthöchste Spielklasse Deutschlands. Das war kein Zufallsprojekt. Das war Aufbauarbeit mit Konsequenz und Herzblut. Bis 2011 blieb er dem Verein als Vizepräsident verbunden, an der Seite von Klubchef Engelbert Kupka.

Zwei söhne, zwei gräber – das schicksal, das ihn nie losließ

Der Fußball war gnädig zu Peter Grosser. Das Leben außerhalb des Platzes war es nicht. 1979 starb sein Sohn Peter junior bei einem Autounfall. Er war 19 Jahre alt. Knapp drei Jahrzehnte später, 2008, erlitt sein Sohn Thomas – selbst Profi bei Haching – beim Hallenfußball einen Herzstillstand. Er wurde 42.

„Ein Kind zu beerdigen, ist schon furchtbar. Aber zwei. Darüber kommst du nie hinweg