Fuchs-macherschale taucht plötzlich wieder auf – vier monate nach diebstahl
Die Meisterschale der Füchse Berlin war weg, polizeilich als Silberbarren vermutet – und jetzt steht sie plötzlich wieder im Keller der Hauptmannschaft. Die Trophäe, die nach einem Einbruch im November 2025 als gestohlen galt, entdeckten Mitarbeiter bei der Generalinventur vergangene Woche zwischen Puma-Kartons, die eigentlich retour an den Ausrüster sollten.
Zwei festnahmen, null silberschmelze
Die Berliner Kripo hatte im Januar 2026 zwei Tatverdächtige festgenommen und sicher geglaubt, die Schale sei längst eingeschmolzen. Ein beschlagnahmter Silberbarren galt als Beleg. Alan Bauer, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, hatte noch im Winter gesagt, es sei anzunehmen, „dass der Barren auch Teile der Meisterschale enthält“. Die Analytik läuft noch, doch die blanke Realität sieht anders aus: Die Schale ist unversehrt.
Die Täter hatten Insiderwissen. Sie besaßen einen Transponder für die Geschäftsstelle am Gendarmenmarkt und nutzten offenbar die Rückgabe-Kisten als Versteck. Die Hypothese der Ermittler: Die Schale sollte später abgeholt und über den Umweg Puma aus der Hauptstadt geschafft werden. Jetzt sitzen die beiden Beschuldigten weiter in Untersuchungshaft – wegen schweren Diebstahls und Hausfriedensbruch.

Liga spart sich neuanfertigung
Für die Handball-Bundesliga (HBL) bedeutet der Fund eine Drehung um 180 Grad. Geschäftsführer Frank Bohmann hatte bereits den Auftrag für eine Ersatzschale erteilt, um die offizielle Übergabe an den Meister dieser Saison nicht platzen zu lassen. „Wir konnten zum Glück noch alles rückgängig machen, der Auftrag wurde storniert“, sagt Bohmann. Die Liga spart fünfstellige Material- und Gravurkosten.
Füchse-Boss Bob Hanning will die Trophäe erst wieder in Empfang nehmen, wenn die Spurensicherung komplett ausgewertet ist. „Wir informieren die Kripo laufend“, betont er. Die Spieler um Mathias Gidsel feiern intern bereits – die Schale ist zurück beim amtierenden Champion. Symbolik pur: Der amtierende Pokalsieger kann sich auf das Finale vorbereiten, ohne auf eine leere Bühne zu blicken.
Die moralische Bilanz bleibt zwiespältig. Die Füchse müssen sich fragen, wie zwei Mitarbeiter oder Ex-Mitarbeiter es schaffen, sich monatelang Zugang zu sensibelsten Vereinsräumen zu verschaffen. Die Liga muss prüfen, ob die bisherige Sicherheitsarchitektur ausreicht. Und die Fans? Die atmen auf, dass die Schale nicht im Schmelztiegel landete, sondern im eigenen Keller wartete. Manchmal liegt der größte Schatz nur ein paar Treppenstufen entfernt.
