Füchse stolpern in kassel – del2-playoff-serie wird zur zitterpartie

Weißwasser hatte den Plan, den Favoriten zu ärgern. Stattdessen kassierten die Lausitzer Füchse eine 2:3-Klatsche in Kassel und liegen im Viertelfinale bereits mit 0:1 zurück. Das Mitteldrittel war ein einziges Penalty-Spektakel, das Schlussdrittel ein Thriller – und die Moral des Underdogs kam zu spät.

Kurzer prozess im ersten drittel

Die Huskies starten wie gezündet. Nach fünf Minuten rutscht ein Abpraller an den Füchse-Verteidiger vorbei, Anthony Morrone guckt in die Röhre – 1:0. Die Gäste antworten mit Haken, aber keine Tore. Stattdessen folgt ein Fehlpass in der neutralen Zone, Kassel kontert eiskalt. Sekunden später 2:0, 17. Spielminute, die Lausitzer Bank ist stumm. Die Analyse ist simpel: Wer in der DEL2 zwei Tore verschenkt, muss laufen, bis die Scheibe qualmt.

Zwischenstand nach 20 Minuten: Schüsse 14:7, Tore 2:0, Stimmung 12.000 Huskies-Fans gegen 150 mitgereiste Füchse. Die Zahlen lügen nicht.

Unterzahl statt umtrieb

Unterzahl statt umtrieb

Mitte des Spiels dominien nicht Tore, sondern Strafen. Die Füchse sammeln drei Minoren in Serie, Kassel dreht auf, doch Morrone wächst über sich hinaus. 18 Schüsse im Mitteldrittel, keiner landet im Netz. Trainer Pavel Mertl wechselt nach jedem Bully die Reihen, um die Boxplay-Krise zu lösen. Die Jury im Block zählt 24 geblockte Schüsse – ein kleiner Silberstreif im schwarzen Wolkenloch.

Die Uhr tickt, die Kräfte schwinden. Die Lausitzer schaffen das Kunststück, kassierengefährlich zu wirken, ohne selbst zuzuschlagen. Statistik-Schmankerl: Sie gewinnen 63 % der Bullys, aber 0 % der Großchancen.

Späte rebellion in der schlussphase

Späte rebellion in der schlussphase

Dann der Funke: Brady nagelt den Puck aus spitzem Winkel an die Lattenunterkante – Anschluss, 44. Minute. Die Halle verstummt, die Füchse glauben. Doch Kassel schlägt zurück, Sekunden vor Ablauf eines Füchse-Powerplays. 3:1, die Scheibe zappelt, die Luft raus. Letzter Versuch: Torhüter raus, sechs Feldspieler. Nieleck trifft in Überzahl, 60. Minute, aber die Uhr springt auf 00:00. Der Endstand: 3:2, die Moral gewinnt, das Spiel verloren.

Was bleibt? Ein Punkt, der nicht auf der Anzeige steht: Die Füchse haben bewiesen, dass sie Kassel ärgern können – wenn sie nicht selbst sich ärgern.

Heimspiel als pulverfass

Heimspiel als pulverfass

Am Freitag rollt die Scheibe erneut, diesmal in der Lausitz-Arena. 3.000 Fans warten seit Wochen auf dieses Heimspiel, die Tickets sind restlos weg. Die Statistik spricht für Weißwasser: In dieser Saison holten die Füchse 70 % ihrer Punkte zuhause. Kassel hingens gewann nur eines der letzten fünf Auswärtsspiele. Die Botschaft an die Huskies: „Kommt bloß nicht mit Selbstzufriedenheit.“

Für die Füchse zählt nur ein Befehl: Sieg oder Saisonende. Die Serie ist jung, die Nerven blank. Eines steht fest: Wer am Freitag verliert, dem droht ein Psycho-Loch, aus dem man in der DEL2 selten wieder herauskrabbelt. Die Scheibe rollt um 19.30 Uhr – und mit ihr die Träume von Weißwasser.