Frühlingstraum statt frühjahrsmüdigkeit: gaia gottardi verrät die kraft-vitamine

Die Tage werden länger, der Rasen grünt – und trotzdem fühlen sich viele wie nach einem harten Pokalspiel in die Verlängerung geschickt. Konzentration wie ein Matschball, Beine wie aus Blei. Der Grund steckt nicht im Training, sondern im Teller.

„Der Körper muss umschalten, das verbraucht Energie“, sagt Gaia Gottardi, Biologin und Ernährungswissenschaftlerin aus Mailand. Die gute Nachricht: Wer jetzt richtig isst, spart sich die typische Frühjahrsmüdigkeit. Drei Vitamine bestimmen das Spiel: D, C und das gesamte B-Team.

Warum jetzt vitamin d plötzlich wieder stürmer spielt

Im Winter stand die Sonne nur auf der Bank, jetzt darf sie endings wieder durchstarten. Doch die Haut ist noch im Keller – und produziert kaum Vitamin D. Resultat: Muskeln feuern träge, das Immunsystem stolpert. Gottardi verlangt daher „mindestens zwei Vitamin-D-Quellen pro Tag“: fettreicher Seelachs, Eigelb oder ein Löffel Lebertran für Hartgesottene. „Ohne Fett kein Tor“, sagt sie und lacht. Die Vitamine brauchen ein Taxi, und das liefert gerade das Fett.

Vitamin c – der kapitän im straßenkampf der zellen

Vitamin c – der kapitän im straßenkampf der zellen

Frühlingskälte plus wechselnde Temperaturen: eine Einladung für Schnupfenviren. Hier sprintet Vitamin C an die Spitze. „Aber keine Einsätze in Pillenform“, warnt Gottardi. Besser: rote Paprika, Kiwi, Erdbeeren. Ein Becher Erdbeeren deckt den Tagesbedarf – und liefert zusätzlich sekundäre Pflanzenstoffe, die das Immunsystem wie eine Abwehrkette aufrichten.

B-vitamine: das mittelfeld, das den rhythmus vorgibt

B-vitamine: das mittelfeld, das den rhythmus vorgibt

Wer morgens den Wecker als Schiedsrichterpfeife empfindet, leidet meist an B-Mangel. „B6, B12 und Folsäure steuern den Energiestoffwechsel“, erklärt Gottardi. „Ohne sie verläuft die Zellatmung wie ein Spiel ohne Ball.“ Ihr Rezept: Hülsenfrüchte, Vollkorn und ein kleiner Handel. „Tauschen Sie weißen Reis gegen Naturreis, weiße Nudeln gegen Linsenpaste – schon gewinnt das Mittelfeld.“

Der trick mit der farbe liegt nicht im trikot, sondern im teller

Der trick mit der farbe liegt nicht im trikot, sondern im teller

Statt Einzellösungen setzt die Expertin auf Teamgeist. „Je bunter das Gemisch, desto größer die Palette an Schutzmolekülen.“ Ein bunter Salat liefert Carotinoide, Polyphenole und Flavonoide – alles Spieler, die im Verbund den Gegner „Müdigkeit“ ausschalten. Ihr Faustpfand: mindestens fünf Farben pro Mahlzeit. Grün (Spinat), Rot (Tomate), Gelb (Mais), Violett (Rote Bete) und Weiß (Radieschen). „Das sieht nicht nur gut aus, es funktioniert“, verspricht Gottardi.

Am Ende zählt keine Wunderdiät, sondern Kontinuität. „Der Körper ist kein Schnellschuss, er ist ein Langzeitvertrag“, schließt Gottardi. Wer jetzt umschaltet, spürt schon nach zwei Wochen, wie die Beine leichter werden und der Kopf wieder Durchblick hat. Die Frühjahrsmüdigkeit? Abpfiff. Die Saison kann kommen.