Fritz zerreißt gerüchte: jahns bleibt – werder spaltet sich intern
Clemens Fritz schlug mit der flachen Hand aufs Mikro. „Quatsch“, sagte er, „Johannes geht nicht.“ In diesen vier Worten liegt der ganze Schrecken des SV Werder: Die Saison droht zum Debakel zu werden, das nächste Gerücht jagt das andere – und der Sportchef muss öffentlich den Ruf seines Kaderplaners verteidigen.
Kein kopf rollt, aber alle köpfe stehen unter strom
Seit Horst Steffen vor zwei Monaten gehen musste, wissen die Bremer: Wer unten steht, fliegt. Dass nun Johannes Jahns angeblich folgt, war nur logisch. Doch Fritz dementiert. Warum? Weil er muss. Denn intern ist die Lage längst nicht so klar.
Die Zahlen sind brutaler als jedes Gerücht: 19 Liga-Einsätze, ein Tor – das lieferten André Silva und Victor Boniface gemeinsam. Beide kamen als Hoffnungsträger, beide gingen als teure Fehlbesetzung. Der Leipziger Naby Keita, einst für 60 Millionen Euro nach Liverpool verkauft, kostete Werder nur Gehalt – und selbst das war zu viel. 14 Spiele, 0 Tore, 7 Ausfälle. Jahns‘ erstes Großprojekt wurde zur Groteske.
Doch Fritz schiebt die Schuld nicht auf seinen Mann. „Wir hatten Verletzungspech“, sagt er. Dabei wissen Insider: Die medizinische Abteilung hatte Keitas Anfälligkeit vorher gemeldet. Der Scout-Tross winkte ab. Jahns durchsetzen zu wollen, galt als Prestigeobjekt.

Die leih-panne offenbart ein system im schlamassel
Erst im Januar stolperte Werder über die eigne Regelwerke. Man glaubte, keine Leihspieler mehr ziehen zu dürfen. Dann kam der Hinweis von transfermarkt.de – und die Leitung musste zugeben: falsch gerechnet. Fritz sprach von „dem ein oder anderen Fehler“. In Wahrheit war es ein organisatorisches Desaster, das die sportliche Leitung blamierte.
Intern forderten Aufsichtsräume Konsequenzen. Die Antwort folgt auf dem Rasen: 0:2 gegen Mainz, Platz 16, drei Punkte bis zur Abstiegslinie. Die Fans singen „Werder steigt ab“ – und selbst das Vereinsmaskottchen wirkt mitgenommen.
Jetzt der Clou: Jahns‘ Vertrag läuft 2027. Kündigen würde Werder teuer. Also leugnet Fritz, was alle schon denken. Er nennt es „Fokussierung auf den Klassenerhalt“. Tatsächlich ist es ein Fokussieren auf die eigene Haut. Denn wenn Werder absteigt, dürfte nicht nur Jahns gehen – sondern auch Fritz selbst.
Am Samstag kommt Augsburg, direkter Konkurrent. Bei einer Niederlage wäre selbst das leiseste Dementi nur noch heiße Luft. Dann rollt der Ball – und vielleicht doch ein Kopf.
