Fribourg dreht in davos auf und zieht im final davon

Erst hängt der Puck am Lättring, dann knallt er ins Netz – Julien Sprunger trifft in der Verlängerung und Fribourg-Gottéron führt die Finalserie gegen Davos mit 2:1. Die Drachen verlieren auch das zweite Heimspiel, und das, obwohl sie lange führten.

Ein 40-jähriger lässt davos erneut verzweifeln

Sprunger, selbst ein Fossil auf dem Eis, jagt den Puck mit dem Selbstvertrauen eines Juniors. Sein Schuss ist kein Hammerschlag, sondern ein seichter Handgelenksschlenzer – genau platziert, genau richtig. «Das Gefühl ist unglaublich», sagt er nach dem 3:2 im Overtime, «aber wir wissen, dass das noch lange nichts bedeutet.»

Die Statistik lacht mit ihm: Dreimal hat in dieser Serie die Auswärtsmannschaft gewonnen. Davos dominiert die Scheibenführung, Fribourg dominiert die Tabelle. Die Drachen erwischten in der 32. Minute die Führung, doch Gottéron schlägt zurück – erst ausglich Dario Simion, dann besiegelte Sprunger das Schicksal der Hausherren. Die Halle verstummt, nur das kleine Fribourg-Block schreit sich heiser.

Captain Matej Stransky stemmt die Arme in die Hocke: «50:50-Spiel, bitteres Ende.» Er spricht schneller als sonst, als wolle er den Moment übertönen. Die Niederlage nagt an ihm, denn Davos hatte die Chance, die Serie zu drehen. Stattdessen reist der Club morgen früh mit dem Rücken zur Wand in die Romandie.

Freitag droht davos der k.o.

Freitag droht davos der k.o.

Die Zahlen sind gnadenlos: Nur zweimal in der NL-Geschichte holte ein Team nach einem 1:3-Rückstand noch den Titel. Für Davos wird die Luft dünner, die Nervosität größer. Coach Christian Wohlwend muss nun seine Bank rotieren, denn die Top-Reihe um Stransky und Marc Wieser läuft auf Reserve, während Fribourg jeden Wechsel nutzt, um Druck zu erzeugen.

Die Busfahrt nach Hause dauert bis tief in die Nacht. Sprunger sitzt vorne, Musik im Ohr, Beine hoch. «Wir kommen spät an, morgen gibt’s nur Regeneration», sagt er, «aber Davos hat auch nur einen Tag.» Er lächelt schief. Die Serie ist jung, aber seine Erfahrung ist alt – und genau das könnte den Meistercup Richtung Westschweiz kippen.

Fribourg gewinnt auch in Davos – und die Drachen müssen am Freitag gewinnen, sonst steht die Sauna schon vor dem Finale.