Frey jagt deutschen judo-titel – bruder karl-richard als co-trainer im blick?
Duisburg bebt – zumindest in der Judohalle. Johannes Frey, der Troisdorfer Schwergewichtler, steht kurz vor dem größten Erfolg seiner Karriere: dem deutschen Meistertitel. Doch der Titel ist nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu seinem großen Traum: Los Angeles 2028 und den Olympischen Spielen.
Ein familienunternehmen der extraklasse
Die Frey-Brüder sind eine Judo-Legende in Deutschland. Karl-Richard, fünf Jahre älter als Johannes, war selbst lange eine feste Größe im internationalen Judo-Geschäft. Nun agiert er als Trainer – und das nicht ohne Grund. „Wir leben Judo, das war schon immer unsere absolute Leidenschaft“, erklärt Karl-Richard im Gespräch mit dem WDR. Die besondere Beziehung zwischen den beiden Brüdern ist offensichtlich: „Karl-Richard war und ist mein wichtigster Ratgeber in meinem Sport.“
Die beiden teilten sich bereits 2021 das Podest in Tokio, als sie gemeinsam Bronze bei den Olympischen Spielen gewannen. Ein Moment, der Johannes Frey bis heute eine Gänsehaut bereitet. Doch nach dieser Glanzleistung beendete Karl-Richard seine aktive Karriere, während Johannes den Weg des aktiven Kämpfers weitergehen wollte.

Von der verletzung zurück zum gipfel
Ein schwerer Unfall in Abu Dhabi im Jahr 2022 warf Frey zurück. Ein katastrophales Knie verletzte ihn, die Gefahr einer Amputation drohte. „Mein Unterschenkel war mit Blut voll gelaufen“, erinnert sich Frey. Der lange und beschwerliche Rehabilitationsprozess forderte seinen Tribut, doch er kämpfte sich zurück. Und nun, fast drei Jahre später, präsentiert sich Frey in Topform, bereit, in Duisburg zu dominieren.
Der Kampf um den Titel wird nicht leicht. Frey trifft auf gestandene Gegner, doch die Unterstützung seines Bruders und die eigene Entschlossenheit geben ihm Rückenwind. Sollte Frey den Titel gewinnen, winkt ihm nicht nur der Traum von Olympia, sondern auch die Möglichkeit, dass Karl-Richard ihn offiziell als Bundestrainer betreuen könnte. Ein Szenario, das beide sich insgeheim wünschen.
Die Bewerbung Karl-Richards um den Posten des Bundestrainers ist ein weiteres Puzzleteil in dieser außergewöhnlichen Familiengeschichte. Es bleibt abzuwarten, ob er den Job bekommt, aber eines ist sicher: Die Frey-Brüder werden weiterhin die deutsche Judo-Szene prägen – gemeinsam. Der Titelkampf in Duisburg ist nicht nur für Johannes Frey ein entscheidendes Ereignis, sondern auch ein wichtiger Schritt für die Zukunft des deutschen Judo-Sports.
