Franziska preuß: biathlon-abschied – und plötzlich ist da energie!
Schonungslos, schnell, unerwartet: Franziska Preuß hat ihre Karriere im Biathlon beendet. Doch was viele überrascht: Die ehemalige Gesamtweltcup-Siegerin von 2025 fühlt sich nicht ausgelaugt, sondern befreit. Ein Gefühl, das sie im Gespräch mit chiemgau24.de offenbart.
Die last abgelegt: mehr energie als je zuvor
Nach 14 Jahren im anstrengenden Leistungssport kann Preuß nun endlich Dinge tun, die sie sich lange verwehrt hat – ohne schlechtes Gewissen. Hausrenovierungen? Kein Problem mehr. Eine Erkältung? „Kein Drama“, wie sie lachend erzählt. Die Erleichterung ist spürbar, wenn sie beschreibt, wie sie sich jetzt von Trainingseinheit zu Trainingseinheit schleppte, oft körperlich und mental erschöpft. „Ich kann jetzt einfach normale Dinge machen, wie beispielsweise am Haus arbeiten, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich mich eigentlich vom Training regenerieren müsste.“

Der moment der erkenntnis in ruhpolding
Der Entschluss, die Karriere zu beenden, reifte nicht über Nacht. Bereits vor den Olympischen Spielen hatte Preuß das Gefühl, dass ihre Zeit im Biathlon zu Ende gehen könnte. Doch die endgültige Gewissheit kam in Ruhpolding, ihrer Heimat. „In Ruhpolding habe ich gewusst, dass es vorbei ist“, so die 30-Jährige. Die Leidenschaft, die sie über anderthalb Jahrzehnte angetrieben hatte, war plötzlich verschwunden. Ein abruptes Ende einer Ära.

Architektur statt anlaufschuhen: ein neuer lebensabschnitt beginnt
Preuß blickt mit Zufriedenheit auf ihre sportliche Karriere zurück, die von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen geprägt war. Von ihrem Debüt 2013 über den ersten Einzelsieg 2019 bis hin zum Gesamtweltcup-Triumph 2025 hat sie alles erlebt. Nun beginnt ein neues Kapitel: Im Oktober soll sie ein Studium der Architektur in Rosenheim aufnehmen, sofern sie die Zulassung erhält. Zwei Praktika in anderen Branchen hat sie bereits absolviert, um sich bewusst vom Sportumfeld zu lösen und neue Wege zu gehen. „Ich bin zufrieden und dankbar für das, was ich erreicht habe und erleben durfte. Ich habe alle Seiten im Biathlon mitgemacht, auch die schlechten. Dabei lernt man viel über sich selbst und andere.“
Die Entscheidung, den Rücktritt erst einen Tag vor dem olympischen Massenstart in Antholz zu verkünden, war bewusst gewählt. Preuß wollte sich voll und ganz auf die Spiele konzentrieren und den Medienrummel vermeiden. Spektakuläre Abschiede sind nicht ihr Ding. Stattdessen wartet eine Zukunft, in der sie ihre kreativen Fähigkeiten in der Architektur entfalten kann – eine Zukunft, die mit frischer Energie und neuen Perspektiven beginnt.
