Frankreichs offensiv-explosion: deschamps findet endlich die balance!

Die französische Nationalmannschaft hat unter Didier Deschamps endlich den Knoten in der Offensive gelöst. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Talente harmonisch in ein funktionierendes Kollektiv zu integrieren, scheint der Weltmeister endlich die richtige Formel gefunden zu haben – und die Ergebnisse sprechen für sich.

Die neue generation übernimmt

Die neue generation übernimmt

Wo einst Griezmann und Giroud die Angriffsspitze bildeten, reihen sich nun Doué und Olise ein, die die Nachfolge antraten und sich nahtlos in das Team integriert haben. Doch die Veränderung geht tiefer. Deschamps hat es geschafft, eine Orchester zu formen, in der die vielen Solisten endlich zusammenspielen.

Besonders beeindruckend ist die individuelle Entwicklung der Spieler. Dembélé, lange Zeit von Zweifeln geplagt, präsentierte zuletzt gegen Norwegen eine Glanzleistung und unterstrich seine Reife und sein Potenzial. Seine Rückkehr auf die rechte Seite hat die Offensive belebt. Mbappé, der bei der letzten Europameisterschaft durch eine Tabruchtverletzung beeinträchtigt war, ist nun als unangefochtener Kapitän in Topform und nicht nur torgefährlich, sondern auch ein brillanter Vorbereiter, wie seine Assistenz zu Ousmanes Tor gegen Norwegen beweist.

Olise, der vom FC Bayern geholte Mittelfeldspieler, hat sich als Schlüsselspieler etabliert und glänzt mit seiner Kreativität und Spielübersicht. Doué, obwohl in der zweiten Partie zunächst auf der Bank verweilend, ist ein wichtiger Part in der Rotation und überzeugt als schneller und trickreicher Flügelspieler. Barcola und Cherki bieten zusätzliche Optionen für die Offensive.

Die Zahlen lügen nicht: Frankreich verfügt derzeit über zwei Spieler mit jeweils vier Toren – Mbappé und Dembélé. Doué traf gegen Norwegen per Kopf, Barcola ließ ebenfalls einen Treffer zur sehen. Hinzu kommen sieben Assists, davon drei von Olise, der auch in Europa beim FC Bayern überzeugt hat. Frankreich ist damit die produktivste Offensive der WM.

Deschamps scheint sich auf eine Formation im 4-2-3-1 verlassen zu haben. Das birgt zwar Risiken, wie das Spiel gegen Norwegen zeigte, bei dem die Defensive zu viele Gelegenheiten zuließ, aber die Offensive hat Priorität. Tchouaméni und ein weiterer Mittelfeldspieler – entweder Rabiot oder Koné – sorgen für das nötige Gleichgewicht.

Frankreich ist nicht nur tödlich im Umschaltspiel, sondern überzeugt nun auch durch seine taktische Flexibilität. Es ist nicht zu erwarten, dass Frankreich den Ballbesitzstil Spaniens replizieren kann, aber die Mannschaft ist nun in der Lage, das Spiel zu verlangsamen, wenn es die Situation erfordert. Das entscheidende Tor von Dembélé gegen Norwegen verdeutlichte dies: Elf Spieler waren an einer Ballzirkulation von 55 Sekunden beteiligt, bevor der ehemalige Barça-Star traf.

Die französische Nationalmannschaft hat bewiesen, dass sie mehr als nur eine Ansammlung von Stars sind. Sie sind ein Team, das mit Leidenschaft und taktischer Finesse überzeugt. Und mit dieser Entwicklung können sie durchaus ein ernstzunehmender Anwärter auf den WM-Titel sein.