Frankreich dreht auf: doppelpack doué und rotation ohne rost
Landover schwappt vor lateinischem Temperament, doch die Equipe tricolore lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Drei Tage nach dem 2:1 in Unterzahl gegen Brasilien schickt Didier Deschamps eine komplett neue Elf aufs Feld – und gewinnt trotzdem 3:1 gegen Kolumbien. Der Jubel im Football-Stadion der Washington Commanders gehört Désiré Doué, der an seinem 21. Geburtstag seine ersten beiden Treffer für Les Bleus erzielt.
Doué schreibt geburtstagsgeschichte
Der Rennes-Flügelspieler braucht keine 30 Minuten, um sich einzuschreiben. Sein Linksschuss aus 16 Metern streicht ins lange Eck, die kolumbianische Abwehr schaut sich an. Nach der Pause wiederholt Doué den Trick, diesmal per Rechtsaußen. Zwischen den Treffern sorgt Marcus Thuram für die Vorentscheidung, als er nach Thuram-Diaby-Kombination aus kurzer Distanz einköpft. Jaminton Campaz gelingt spät nur noch der Ehrentreffer für Los Cafeteros.
Die Statistik, die Deschamps mit nach Hause nimmt: zwei Siege, sechs Tore, kein Gegentreffer aus dem Spiel heraus – und das bei 22 Wechslern in zwei Partien. Die Rotation funktioniert, weil der Automatismus stimmt. Michael Olise und Kylian Mbappé dürfen sich 20 Minuten lang die Beine schütteln, Ousmane Dembélé bleibt 90 Minuten lang warmgezogen. Der Ballon-d’Or-Gewinner lacht trotzdem, denn der Plan geht auf.

James und díaz verpuffen
Kolumbien beginnt mutig, James Rodriguez dirigiert, Luis Díaz dribbelt. Doch sobald Frankreich die erste Pressingwelle übersteht, wird der Gegner überspielt. Die Südamerikaner gewinnen die Zweikämpfe nur 42 Prozent, die Franzosen lassen den Ball laufen – 654 Pässe bei 89-prozentiger Erfolgsquote. Die Lücke zwischen den Kontinenten wird sichtbar.
Die Tour endet mit einer klaren Botschaft: der Titelanwärter kann sogar auf neun Positionen tauschen, ohne dass die Maschine stottert. Am 13. Mai nominiert Deschamps seinen endgültigen Kader für die WM in den USA, Mexiko und Kanada. In der Gruppenphase wartet Norwegen, Senegal und der Sieger aus Irak gegen Bolivien. Kolumbien muss gegen Portugal, Usbekistan und den Sieger aus DR Kongo gegen Jamaika ran. Die nächste Runde der Warnschüsse ist bereits geladen.
