Frankfurt siegt dank var-dusel – riera sieht trotz offensiv-krise fortschritte

Der 1:0-Sieg über Schlusslicht Heidenheim rettet Eintracht Frankfurt vorläufig vor dem Absturz, verdeckt aber nicht die Wahrheit: Die Offensive ist lahm, die Chancen sind Mangelware, und selbst der VAR muss mitspielen, damit die drei Punkte bleiben.

Kein tor, keine torgefahr – aber drei punkte

Arnaud Kalimuendo netzte in der 53. Minute ein, doch die Szene, die am Samstagabend wirklich zählte, passierte in der 68.: Sirlord Conteh jubelte, doch die Linie seiner Schulter war um Millimeter vor dem letzten Verteidiger – VAR entschied auf Abseits, der Ausgleich zählte nicht. Ohne diesen Fingernagel wäre der dritte Heimsieg in Serie geplatzt, und die Stimmung im Waldstadion hätte sich von «erträgig» zu «kritisch» gewandt.

Denn die Zahlen sind trotz des Erfolgs gnadenlos: xGoals 0,11 zur Pause, keine einzige klare Torchance in Hälfte eins, dazu 23 Ballverluste im letzten Drittel. Selbst Frank Schmidt, 18 Jahre Heidenheim-Coach, blieb gelassen: «Frankfurt hatte in der ersten Hälfte nicht eine Torchance.» Kein Vorwurf, nur Feststellung – und für die Eintracht ein alarmierendes Spiegelbild.

Riera sieht entwicklung – alle anderen sehen stagnation

Riera sieht entwicklung – alle anderen sehen stagnation

Albert Riera, seit Januar im Amt, wollte nach Abpfiff nicht vom «Rumpelfußball» reden. «Die Jungs verstehen unsere Ideen besser», sagte er, «wir stehen stabiler, wir gewinnen.» Statistik stützt ihn: vier Nuller in sechs Spielen, kein Gegentor daheim. Doch die Offensive erinnert an die letzten Tage unter Dino Toppmöller: viel Ballbesitz, kein Durchstoß, keine Dynamik.

Robin Kochs Gelb-Rot in der 78. Minute hätte die Krise perfekt gemacht. Nun fehlt er gegen Leverkusen, und die Frage ist, wer die Lücken reißen soll. Burkardt saß erst mal draußen, Doan, Chaibi und Bahoya liefen sich fest, und Kalimuendo war allein gegen vier Abwehrreihen. «Wir müssen Gegner bewegen», forderte Riera, «sie müssen müde werden.» Müde wirkten nur die Zuschauer.

Die tabelle lügt – aber nur kurz

Die tabelle lügt – aber nur kurz

Mit 36 Punkten bleibt Frankfurt im Rennen um Europa, drei Zähler bis Rang sieben. Doch das Programm wird brenzlig: Leverkusen, Dortmund, Leipzig. Gegen tiefstehende Teams wie Heidenheim reicht ein abseitsverschobenes Milli-Meter-Glück, gegen die Spitze wird es ohne echte Torgefahr eng. Die Defensive rettet die Saison, die Offensive könnte sie verspielen.

Markus Krösche sprach von «Arbeitssieg» und «Stabilität», doch hinter den Kulissen wissen alle: Wer nicht trifft, rutscht irgendwann doch. Die nächsten Wochen entscheiden, ob Riera nur den Notarzt spielt oder doch den Architekten für einen neuen Angriff. Bis dahin bleibt die Erkenntnis: Ein Hauch von Torgefahr würde der Eintracht guttun – und ein Hauch reicht gerade noch für ein 1:0 gegen das Schlusslicht.