Frankfurt gegen hoffenheim: jetzt zählt nur noch der sieg

Dritter Anlauf, erste Pflicht. Nach zwei Verlegungen rollt der Ball heute um 18 Uhr endlich im Brentanobad – und Frankfurt muss liefern. Die Eintracht kommt mit zwei Nackenschlägen im Gepäck, Hoffenheim mit dem Selbstbewusstsein einer besten Liga-Defensive.

Arnautis sieht die welt nicht in schwarz-weiß

„Wir haben kein Spiel dominiert und trotzdem verloren, wir haben kein Spiel verdient verloren und trotzdem verloren“, sagt Niko Arnautis und klingt dabei wie ein Mann, der die Zahnräder der Fußball-Götter nicht mehr versteht. Seiner Mannschaft warf Kapitänin Laura Freigang nach dem 2:4 in Bremen mangelnde Reife vor. Arnautis schiebt den Rotstift weg: „Wir sind im Halbfinale, wir sind Sechster, wir sind im Rennen.“ Die Saison sei kein Scherbenhaufen, sondern ein Bauplatz. Nur: Bauplätze verlieren am 34. Spieltag keine Champions-League-Plätze.

Die Zahlen sprechen trotzdem eine klare Sprache: Aus einer 2:0-Führung in Bremen wurde eine 2:4-Niederlage, aus einer starken Pokal-Auswärtshälfte in Wolfsburg folgte das Aus. Frankfurt kocht mit Wasser, aber das Wasser kocht über. „Wir schenken Tore ein, das ist kein Naturgesetz, das können wir abstellen“, sagt Arnautis. Gegen Hoffenheim muss es passieren, sonst rutscht die Eintracht auf Platz fünf – und der Druck wächst bis zur Explosion.

Virsingers plan: tempo bremsen, köpfe treffen

Virsingers plan: tempo bremsen, köpfe treffen

Während Frankfurt mit sich hadert, reist Hoffenheim wie ein Gast, der weiß, dass er den Teller nicht abwaschen muss. Die TSG kassierte erst 23 Tore – nur Bayern ist besser. „Wir müssen einen Schritt schneller sein als Anyomi und Co.“ Das sagt Trainerin Eva-Maria Virsinger und meint: Wir müssen sie ausknocken, bevor sie sprintet. Nicole Anyomi ist Frankfurts Turbo, aber auch ein offener Flügel. Virsinger will sie in die Mitte drängen, ins Gedränge, wo Hoffenheims Viererkette wartet.

Linda Natter und Naomi Luyet sind zurück – Letztere nach 18 Monaten Zwangspause. „Die Beiden geben uns zusätzliche Energie, aber keine Garantie“, warnt Virsinger. Die Garantie steht hinten: Katharina Naschenweng und ihre Außenbahn, die nichts außen vorlässt. Davor wartet Chantal Hagel auf den Moment, wenn Frankfurt erneut das Tempo verliert. Dann will sie zuschlagen, wie gegen Essen, als Hoffenheim mit vier Traumtoren den Gegner zerlegte.

Die Tabelle der Rückrunde lügt nicht: Frankfurt und Hoffenheim trennen zwei Punkte, die Formkurve zeigt nach oben. Wer heute verliert, muss nächste Woche gegen Bayern oder Wolfsburg nachlegen. Die Saison wird nicht entschieden, aber sie kippt. Und die Eintracht? Die muss endlich beweisen, dass sie nicht nur besser aussieht, sondern auch besser gewinnt.