Frankfurt gegen häcken: das finale ist nur noch ein sieg entfernt

Im Halbfinale des Europa-Cups wartet auf Eintracht Frankfurt ein schwedisches Phantom: BK Häcken ist seit 14 Wochen spielfrei, holte 2025 die Meisterschaft und tritt dennoch als heimlicher Favorit an. 3.000 Tickets sind bereits weg, Trainer Niko Arnautis schickt seine Mannschaft mit dem Satz in die Partie: „Das Ticket geht nur über Frankfurt, wir holen uns das Ding.“

Die unbekannte aus göteborg

Die Damallsvenskan läuft im Kalenderjahr, also pausierte Häcken seit Mitte November. Kein Ligaspiel, kein Test, nur Training. Für Arnautis ist das kein Grund zur Panik: „Manchmal Vorteil, manchmal Nachteil.“ Die Schweden sind gewohnt, sich in kurzen Vorbereitungsfenstern hochzuschrauben – und sie haben Pernille Sanvig geliehen bekommen, genau die Mittelfeldspielerin, die Frankfurt selbst bis Sommer verpasst hat.

Ein Wiedersehen mit Sanvig? „Wir freuen uns, wenn man sich sieht, nichtsdestotrotz tragen wir morgen unterschiedliche Trikots“, sagt Arnautis und schließt Sentimentalitäten aus. Für ihn zählt nur die 90-Minuten-Wahrheit. Seine Elf ist komplett, alle Akteurinnen der bisherigen K.o.-Runde stehen zur Verfügung. Das ist mehr, als viele Konkurrentinnen im späten Turnierfrühling bieten können.

Ein pokal, der geschichte schreibt

Ein pokal, der geschichte schreibt

Frankfurt kennt sich mit Premieren. 2002 gewann der 1. FFC Frankfurt den allerersten UEFA Women’s Cup, damals noch mit Finale über nur ein Spiel. 2:0 gegen Umea IK, Torjägerin Birgit Prinz in Bestform. 24 Jahre später winkt erneut die Initial-Runde – nur diesmal mit Hin- und Rückspiel im Endspiel. Wer zuerst den Henkel in der Hand hält, schreibt sich ein Stück europäischer Fußballgeschichte.

Die Eintracht hat den Schwung. Gegen Nordsjaelland schoss die Freigang einmal links, einmal rechts, einmal per Kopf – Dreierpack, 4:1, Endstation Halbfinale. Das Selbstvertrauen ist längst nicht mehr nur regional, es ist continental. Und das wissen auch die Schweden, die sich Videos der Frankfurter Torlaune geben müssen, während sie selbst seit Wochen nur trainieren.

Morgen um 18:30 Uhr ist Anpfiff in der Stadionanlage am Bornheimer Hang. Dann zählt kein Ranking, kein Formbuch, nur wer die Nerven behält. Frankfurt will die Phantom-Mannschaft entzaubern und eine weitere Trophäe in den Schaukasten stellen, wo bereits der erste Women’s Cup glänzt. Der nächste Schritt ist klein – aber historisch.