Fokus jagt 30.000 euro – dfb-epokal droht leipziger familienkrach
30.000 Euro Preisgeld, ein Wochenende voller Derby-Feeling und ein mögliches Finale Bruder gegen Bruder – der DFB-ePokal 2026 beginnt am Freitag auf dem DFB-Campus in Frankfurt und legt schon im Viertelfinale den Turbo ein.
Der Titelverteidiger heißt FOKUS. Pawel „Pawlinho“ Wrona ließ im Vorjahr Bayer Leverkusen, RB Leipzig und Werder Bremen hinter sich, schaltete den Beast-Mode und schraubte seinen Marktwert auf ein Niveau, das sich sogar Agenten auf der Zunge zergehen lassen. Nun trifft er mit seinem Team erneut auf die Werkself – dieselbe Leverkusen, die in der VBL Club Championship als erste Club-Meisterschaft den Sprung in die Endrunde schaffte. Für FOKUS ist das Viertelfinal-Duell ein Test, ob der Pokalsieg 2025 Routine oder nur ein einmaliger Faustschlag war.
Rblz gaming will die vbl-blutrache schaffen
Die Leipziger Hausherren von RBLZ Gaming dagegen schütteln die Krallen. Das Aus im Achtelfinale der VBL gilt intern als Rohrkrepierer – und wer kennt sich besser mit Heilung über Sekunden rausgeflogene Tore aus als ein eSport-Team, das sich auf 90 Minuten Konzentration versteht? Gegner MBCeSports gilt als Außenseiter, doch genau diese Rollenzuweisung hat RBLZ in der vergangenen Saison schon mit Schmerz kennengelernt.
Und dann ist da noch die zweite Leipziger Mannschaft: RBLZ Gaming International. Die Cousins Landwehr haben sich über das internationale Ticket qualifiziert und treffen auf Borussia Mönchengladbach. Sollten be RB-Teams gewinnen, winkt ein Halbfinale, das kein Zuschauer neutral verfolgen kann – denn am Ende könnte ein Finale FOKUS gegen RBLZ Gaming oder gar Leipzig gegen Leipzig stehen. Familienbande hin oder her, auf dem Rasen zählt nur der bessere Linksfuß.

Der fc st. pauli spielt gegen sich selbst
Kurios wird es beim Kiez-Klub. Der FC St. Pauli bekommt es in Runde eins mit der eigenen eAcademy zu tun. Profi gegen Nachwuchs – ein Szenario, das in keiner anderen Sportart möglich wäre. Die Jüngeren kennen die Schwächen der Routiniers, die Routiniers die Angewohnheiten der Jüngeren. Wer hier zittert, ist vor allem das Publikum, das zwischen Anfeuern und Verdammen hin- und hergerissen ist.
Alle Viertelfinals laufen am Freitag ab 15:15 Uhr, das erste Halbfinale folgt Samstag zur gleichen Zeit, das Finale um 18:30 Uhr. Austragungsort ist der DFB-Campus in Frankfurt, Tickets gibt es ab fünf Euro. Wer nicht vor Ort ist, schaltet auf Twitch ein. Moderator Robby Hunke lenkt durch das Programm, begleitet wird er von Creators wie Gamerbrother, TisiSchubech und Faro. Sie liefern Analysen, Challenges und die nötige Portion Trash-Talk, damit kein Controller kalt bleibt.

95Er-modus statt fut – der pokalsieg wird offline ausgespielt
Gespielt wird nicht im beliebten FIFA-Modus Ultimate Team, sondern im 95er-Modus von EA SPORTS FC 26. Das bedeutet: keine teuren Karten, kein Glückspack, nur reine Skillbewertung. Zwei Einzelspiele pro Begegnung, Ergebnisse addiert. Steht nach 180 Minuten Gleichstand, folgt ein drittes Duell. Kurz: Es gibt keine Ausrede, nur Sieg oder K.o.
Der Preispool schrumpft gegenüber dem Vorjahr um 35.000 Euro auf 65.000 Euro. Der Pokalsieger kassiert trotzdem 30.000 Euro – genug, um die nächste Trainingseinheit auf Twitch mit neuen Emotes zu feiern. Der Verlierer des Finals erhält 15.000 Euro, die Halbfinalisten jeweils 5.000 und die Viertelfinalisten 2.500. Die Summe mag kleiner sein, der Stolz, der sich mit dem Pokal mitnimmt, wächst proportional.
Am Ende bleibt eine Szene, die sich selbst als größten Gegner sieht: Leipziger gegen Leipziger, Hamburger gegen Hamburger, Beast-Mode gegen Taktik-Mode. Wer den DFB-ePokal 2026 gewinnt, darf sich nicht nur 30.000 Euro auf die Laune schieben, sondern auch ein Jahr lang sagen: Ich war der Letzte, der standing blieb, als alle Controller flogen.
