Florentino schlägt zurück: drohungen, angriffe und ein namen-geheimnis

Florentino Pérez tritt nicht an, er stürmt. Mit einem Rundumschlag gegen Riquelme, angebliche Kreditwucherzinsen von 54 Prozent und dem Versprechen, UEFA-Chef Ceferin persönlich einen Korruptionsdossier zu überreichen, jagt der 77-Jährige seine Wahlkampagne in den Red-Bull-Modus: laut, giftig, effizient.

Der schattenmann und das 54-prozent-geschäft

„Ich liebe den Real Madrid, und wenn ich sehe, dass jemand auf ihn zielt, bin ich da“, donnerte Pérez in der TVE-Nacht. Dahinter steckt die fixe Idee, dassRiquelme sei Teil einer „Bewegung im Schatten“, angeführt von denselben Strippenziehern, die einst Ramón Calderóns chaotisches Regime lenkten. Die Keule: Riquelme habe einen Kredit zu 54 Prozent Zinsen aufgenommen – eine Zahl, die so absurd daherkommt, dass sie entweder sensationell oder frei erfunden ist. Pérez lässt keinen Zweifel: „Ich erfinde nichts.“

Die Debatte? Absolut nicht. „Ich diskutiere mit niemandem“, knallt er ins Mikro. Wer auch immer auf ein TV-Duell hofft, darf weiterträumen. Dafür wirft er Riquelme vor, den Klub „für sein Unternehmen“ zu brauchen – eine Unterstellung, die in Madrid sofort als Angriff auf die Ehre verstanden wird.

Anas laghari, der helfer mit silicon-valley-adresse

Anas laghari, der helfer mit silicon-valley-adresse

Eigentlich dürfte Anas Laghari gar nicht antreten – das Alter regelt die Satzung. Doch Pérez lächelt nur: „Er bringt uns in eine andere Dimension.“ Gemeint ist die digitale Zukunft, Apps, NFTs, Datenanalyse, alles Themen, bei denen der Marokkaner-Manager mit Harvard-Abschluss deutlich mehr bringt als Fußballromantik. Ein nützlicher Strohmann also, der die Jungen mobilisiert, während der Boss selbst die Macht behält.

Der trainer und das schweigen

Der trainer und das schweigen

Mourinho? „Guter Trainer“, sagt Pérez und lacht verschmitzt, als hätte er gerade ein Ass aus dem Ärmel gezogen. Dann legt er nach: „Ich habe einen Namen und zwei.“ Wer? Keine Chance. Er habe noch nicht einmal angerufen. Das Spielchen sorgt dafür, dass jeder WhatsApp-Gruppen-Admin Madrilenas in den Wahnsinn treibt.

Vinícius, mbappé und das versprechen der nächsten dynastie

„Vinícius ist einer der Besten der Welt“, sagt er knapp, als wäre das ein Fakt wie die Tatsache, dass Bernabéu-Tickets ausverkauft sind. Mbappé, Bellingham, Valverde – „die Leute wissen das“. Und der neue Coach? „Wird aus ihnen eine neue große Ära machen.“ Kein Wort über Gehaltsstrukturen, kein Wort über FFP. Nur Selbstverständlichkeit.

Der uefa-knaller zum schluss

Und dann kommt der Hammer. Pérez kündigt an, in der Champions-League-Endspielwoche ein Dossier beim UEFA-Hauptquartier abzugeben. Thema: der Caso Negreira. „Der größte Korruptionsskandal der Geschichte“, wettert er. Die Botschaft: Ohne mich steht Real als nächstes auf der Anklagebank. Mit mir gibt es Schutz.

Am Ende bleibt ein Mann, der nicht kämpft, sondern regiert. Und eine Frage, die sich niemand traut zu stellen: Was, wenn er recht behält? Dann wäre alles andere Wahlkampfgeplänkel.