Flick bleibt, laporta siegt: barça verlängert vorzeitig bis 2028
Barcelona – Keine 24 Stunden nach Joan Laportas Wahlsieg schlägt der wiedergewählte Präsident beim FC Barcelona die nächste Machtkarte: Hansi Flick unterschreibt vorzeitig bis 2028, ein Jahr länger als ursprünglich vereinbart. Die offizielle Bekanntgabe folgt laut Laporta „in Kürze“, doch im Interview mit RAC1 ließ er keinen Zweifel: „Er fühlt sich hier zu Hause.“
Der pakt: flick als zugpferd im wahlkampf
Laporta setzte im Kampf gegen Herausforderer Víctor Font voll auf den deutschen Coach – und gewann 68,18 Prozent der Stimmen. Flick selbst ließ sich Anfang Dezember in der Kamera nieder: „Der Präsident ist der Grund, warum ich hier bin.“ Nun zahlt Laporta die Rechnung, indem er dem 61-Jährigen ein Jahr zusätzlich aufs Gleis legt. Der bisherige Kontrakt lief bis 2027, die Verlängerung sichert Planungssicherheit für die anstehende Stadion-Sanierung und den erhofften erneuten Angriff auf die Champions-League-Krone.
Die Zahl, die dabei im Raum steht: fünf Jahre. Laporta scherzte gegenüber RAC1 sogar über eine weitere Verlängerung bis 2029 plus Option. „Er ist jung, energiegeladen und liebt die Stadt“, schwärmte der Präsident, als ginge es um einen Neuzugang im Teenager-Alter, nicht um einen Trainer, der bereits die Triple-Karriere bei Bayern München und die deutsche Nationalmannschaft hinter sich hat.

Stimmung im klub: double als druck- und druckmittel zugleich
Flick übernahm den Klub im Sommer 2024, direkt nach dem verpassten Titelgewinn unter Xavi. Er schwang sich mit dem nationalen Double – Liga und Copa – zum Liebling der Massen auf, doch die Erwartungshaltung bleibt messerscharf. Die frühzeitige Vertragsverlängerung wirkt da wie ein Schachzug: Keine Diskussion über die Trainerfrage, kein Sommer-Transferfenster, in dem Gerüchte um mögliche Nachfolger die Titelseiten füllen.
Intern signalisiert die Entscheidung auch Richtung Dressing-Room: Wer sich mit Flick anlegt, legt sich mit Laporta an – und damit mit dem Mann, der gerade ein Mandat für vier weitere Jahre eingesackt hat. Die Spieler um Robert Lewandowski und Pedri reagierten auf den Vorstandsetage mit sichtlichem Kopfnicken; die Kabine gilt als geschlossene Einheit hinter dem Deutschen.

Was jetzt zählt: champions league und camp nou
Nächste Hürde: das Viertelfinale der Königsklasse im April. Dort will Flick den Bogen von der nationalen Dominanz zum internationalen Durchbruch spannen. Parallel läuft der Countdown zur Rückkehr ins umgebaute Camp Nou, das im Dezember 2026 seine Tore öffnen soll. Ein Trainer mit langem Atem passt ins Bild – und ein Präsident, der ihm das Vertrauen schenkt, bevor die erste Saison überhaupt abgeschlossen ist.
Barcelona buhlt nicht nur um Titel, sondern auch um Stabilität nach Jahren der Finanz-Turbulenzen und politischen Machtkämpfe. Mit Flicks Verlängerung bis 2028 – und vielleicht darüber hinaus – setzt Laporta ein Zeichen, das über den Fußball hinausstrahlt: Hier regiert Kontinuität, nicht Krisenmodus. Ob sich die Wette auszahlt, entscheidet sich auf dem Rasen – und an der Börse, wo die Club-Anleihen nach der Wahl bereits leicht zulegten. Die Katalanen fiebern dem Sommer entgegen, wenn die erste Baustelle abgerissen und die erste Trophäe des erweiterten Flick-Zyklus überreicht wird. Wer jetzt noch zweifelt, hat die letzte Saison nicht gesehen.
