Flick bleibt: barça-königsträume sind größer als madrids schmach

Hansi Flick will den Absturz gegen Atlético in der Champions League nicht als Endpunkt, sondern als Startschuss verstehen. Der 61-Jährige kündigte an, seinen bis 2027 laufenden Vertrag beim FC Barcelona „sehr wahrscheinlich“ verlängern zu wollen – und machte dabei kein Geheimnis aus seinem ultimativen Ziel: „Die Champions League gewinnen. Das ist mein Plan.“

Warum jetzt vertragsgespräche tabu sind

Knapp 48 Stunden vor dem Liga-Duell gegen Celta Vigo blockierte Flick jede konkrete Auskunft zur Verlängerung. „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt“, sagte er, „wir haben wichtige Wochen vor uns.“ Die Katalanen führen La Liga mit neun Punkten Vorsprung vor Real Madrid, die Meisterschaft liegt an der Camp-Nou-Tapete. Doch der Titel, der wirklich zählt, ist der Henkelpott – und der rutschte den Blaugrana durch die Finger, als Atlético im Viertelfinale das bessere Ende fand.

Die Niederlage brennt noch, sie treibt aber auch. „Wir müssen zusammenhalten und es erneut versuchen, bis es hoffentlich bald wieder klappt“, so Flick. Dabei setzt er auf eine junge Truppe, die er in diesem Sommer „mit klugen Entscheidungen“ verstärken will. Keine großen Brüche, keine Show-Transfers, nur gezielte Nachbesserungen.

Camp-nou-neubau als karriere-zielpfosten

Camp-nou-neubau als karriere-zielpfosten

Ein weiteres Motiv für den Verbleib: das neue Stadion. Ende 2026 oder Anfang 2027 soll die Arena mit 105.000 Plätzen fertig sein – und Flick will auf der Bank sitzen, wenn die erste vollbesetzte Choreografie durch den Nord-Süd-Tunnel rollt. „Ich möchte Trainer des FC Barcelona sein, wenn das Stadion fertig ist“, sagte er. „Das wäre ein perfekter Abschluss.“

Perfekt ist für ihn längst der Zustand: „Ich habe das Gefühl, dass alles um mich herum optimal ist.“ Die Familie fühlt sich in der Metropole wohl, das Team schwankt zwischen Euphorie und hungriger Frustration – genau der Mix, der Titel reift. Flick betonte, dass er in Barcelona „die beste Trainer-Zeit“ seiner Karriere erlebe. Das will etwas heißen, hat er doch Bayern München zur Sextuplett-Saison geführt und die DFB-Elf wieder auf Kurs gebracht.

Die Spieler spüren diese Ruhe. Nach dem CL-Aus herrschte kein Krisen-Meeting, stattdessen ein Trainingslager mit offenen Mikros und lauten Befehlen. Die Chemie, sagt Flick, sei „toll“. Die Chemie – und die bittere Erinnerung an Madrid.

Barça hat die Meisterschaft so gut wie eingetütet, doch für Flick zählt nur das große Finale im Mai 2027. Bis dahin will er den jungen Kern um Lamine Yamal und Pedri gestählt, die Lücken im Kader geschlossen und die Rechnung mit Atlético beglichen haben. Wenn das neue Camp Nou dann eröffnet, soll nicht nur eine Arena, sondern eine Dynastie stehen. Flicks letzte Mission läuft – und sie läuft länger als gedacht.