Flick bleibt: barça verlängert mit dem deutschen bis 2028

Hansi Flick zieht den Reißverschluss an Camp Nou weiter hoch. Nach dem Liga-Coup gegen Real Madrid unterschreibt der frühere Bayern-Coach bis 2028 – und trägt dabei die Trauer um seinen Vater wie einen zusätzlichen Treibstoff im Gepäck.

Der titel war nur die eintrittskarte

2:0 im Clásico, zweite Meisterschaft binnen zwei Jahren – und trotzdem stand Flick am Sonntagabend nicht auf der Rambla, sondern still im Mixed-Zone-Kreis. Sein Vater war nur Stunden zuvor gestorben. „Barça ist meine Familie geworden“, sagte er nun, „deshalb will ich hier weitermachen.“ Die Vertragsverlängerung war innerhalb von 48 Stunden durchgeregelt. Klubpräsident Laporta unterschrieb, bevor die confetti über Passeig de Gràcia landete.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 86 Punkte in dieser Liga-Saison, 92 Tore, erst zwei Niederlagen. Seit er 2024 das Zepter übernahm, schlug Flick die Mannschaft aus der Post-Messi-Lethargie in einen Hochgeschwindigkeitsmodus um. Pedri spielt endlich wieder ohne Schmerztabletten, Lamine Yamal wird mit 18 schon als nächster Balón-de-Oro-Kandidat gehandelt. Und Ter Stegen? Der Deutsche Keeper führt die Statistik an Sauberblättern – vorne weg durch einen Landsmann im Schalker Trainingspullover.

Champions league bleibt offene rechnung

Champions league bleibt offene rechnung

Doch der Pokal mit den großen Ohren fehlt. Achtelfinale-Aus gegen Atlético, 2:3 im Rückspiel nach 1:0-Führung. Für viele Trainer wäre das ein Makel; für Flick ist es ein Magnet. „Wir wollen gewinnen, aber richtig“, sagt er und meint: den europäischen Thron, nicht nur die heimische Krone. Sein Co-Trainer Marcus Sorg packt schon jetzt Videobänder aus: Balleroberung hoch, Gegenpressing, 3-4-3-Diamant. Die Spieler nennen es „Flick-Express“.

Real-Veteran Toni Kroos, gerade selbst in Rente, lieferte das Neben-Geräusch: „Ich habe bei Real noch nie so wenig Hoffnung gespürt.“ Die Worte schlugen in Madrid ein wie ein Baskenmütterchen, in Katalonien wie ein Sektkorken. Flick reagiert kühl: „Toni kennt mich. Er weiß, dass ich nicht aufhöre, nur weil zwei Pokale im Schrank stehen.“

Die nächsten Transferfenster sind verplant. Ein Sechser mit Box-to-Box-Lunge, ein zusätzlicher Linksverteidiger, vielleicht ein erfahrener Torjäger, der Lewandowskis Erfahrung beerbt. Budget? Laporta gibt sich gönnerhaft: „Wenn der Trainer ein Rennpferd braucht, kaufen wir kein Pony.“

Am Mittwoch fliegt die Mannschaft nach Los Angeles, das US-Turnier wartet. Flick nimmt seinen alten Koffer von der Bayern-Zeit mit – und ein Foto seines Vaters, aufgenommen im Münchner Olympiastadion 1974. „Er wollte, dass ich weitermache“, sagt er. Also macht er weiter. Bis 2028, vielleicht länger. Barça hat seinen Architekten, Flick hat seine neue Heimat. Der Clásico-Sieg war erst das Prolog-Kapitel.