Flensburg entzaubert leipzig mit roter karte-krimi und sprintet auf rang zwei

Die Daikin Bundesliga liefert das nächste Drama: Flensburg ringt Leipzig mit 36:28 nieder, doch die Schlagzeile gehört den drei roten Karten – und der Tatsache, dass der SC DHfK nach 60 Minuten die rote Laterne übernimmt.

Leipzig spielte mutig, aber das gesichtsschutz-gestik zerstörte den coup

Moritz Preuß griff nach 90 Sekunden in das Gesicht von Marko Grgić, William Bogojevic wiederholte das Kunststück gegen Lasse Møller – beide Male Rot. Die Leipziger Führung von 10:9 nach Viertelstunde war dann nur noch ein Schock für die SG, nicht für die Tabelle. 10:12 Minuten spielten die Sachsen in Unterzahl, warfen aber trotzdem 18 Tore vor der Pause. Das ist keine Moral, das ist Handball-Boxen auf Augenhöhe.

Flensburg brauchte selbst 20 Minuten, um die Nervosität abzulegen. Simon Pytlick lief zunächst wie durch Watte, die Wurfeffektivenz sackte auf 75 % ab. Ales Pajovic schrie nach Aggressivität, bekam sie – und Niclas Kirkeløkke wurde zum dritten Roten der Partie. Der Unterschied: Diese Strafe schadete nicht, weil Leipzig zu diesem Zeitpunkt bereits mit 24:30 unter Beschuss lag.

12 Technische fehler – leipzigs selbstblockade

12 Technische fehler – leipzigs selbstblockade

Die Zahlen sind gnadenlos: 12 Ballverluste im Aufbau stehen 6 bei Flensburg gegenüber. Frank Carstens’ Team verschoss sich die Sensation mit schlampigen Pässen und Hektik gegen die SG-Pressingfalle. Jeder zweite Angriff endete in einem technischen Fehler oder einem geblockten Wurf. Wenn man bedenkt, dass Bogojevic vor seinem Platzverweis 6 Tore + 2 Assists auflegte, wird klar, wie viel Energie hier verpuffte.

Die Leipziger Bank versuchte, mit 3–2–1-Deckung und tempogeladenen Kontern die Lücke zu kitten. Doch Johannes Golla und Simon Pytlick schalteten nach der Pause auf Konter-Modus: 10 Gegentore im zweiten Durchgang – so wenig kassierte kein Team gegen Leipzig in dieser Saison.

Historie und horrorszenario: leipzig steht auf platz 18

Die Negativserie in Flensburg hält bei 0 Siegen in 14 Bundesliga-Versuchen. Noch bitterer: Durch das Torverhältnis (–63) rutscht der SC DHfK auf den letzten Platz, weil TV 1907 Wetzlar weniger Gegentreffer kassiert. Lucas Krzikalla redet nach dem Spiel von Glück in Hälfte eins – doch Glück zählt nicht in der Tabelle, nur Tore und Platzverweise.

Flensburg springt auf Rang zwei und schiebt sich vor die Füchse Berlin, doch Johannes Golla warnt: „Wir haben noch viel Luft nach oben.“ Für Leipzig bleibt die Luft dünn: In zwei Tagen kommt Stuttgart, die gerade Kiel blamierten. Wenn dort keine Punkte fallen, wird die rote Laterne zur Gewohnheit.

Die Botschaft des Abends: Rot ist nicht nur eine Farbe, sondern Leipzigs Realität – auf dem Feld und in der Tabelle.