Fitwi jagt deutschen rekord: ein signal für die zukunft?
Hamburg – Samuel Fitwi hat beim Hamburg-Marathon nicht nur seine persönliche Bestzeit pulverisiert, sondern auch die deutschen Langstreckenfans in helle Aufregung versetzt. Der Läufer aus Eritrea, der mittlerweile für Silvesterlauf Trier startet, lief in 2:04:45 Stunden als Zweiter ins Ziel und ließ einen erfahrenen Feld von Marathonläufern hinter sich.
Ein triumph mit geschichte
Noch lange nach dem Zieleinlauf schien Fitwi von seiner Leistung überwältigt. „Ich bin sehr zufrieden, sehr happy“, erklärte er im SWR-Interview. Der Triumph ist nicht nur für ihn persönlich von Bedeutung, sondern auch für den deutschen Langstreckenlauf. Seit 27 Jahren stand kein deutscher Athlet mehr auf dem Treppchen beim Hamburg-Marathon. Nur Othame El Goumri, der mit 21 Sekunden Vorsprung den ersten Platz belegte, konnte ihm den Sieg abnehmen.
Die Konkurrenz schläft nicht: El Goumri, ein starker Marokkaner, demonstrierte einmal mehr seine Klasse. Doch Fitwis Leistung lässt die Frage aufkommen: Kann er den deutschen Rekord knacken, der seit Amanal Petros' Silbermedaille bei der WM im Dezember 2024 bei 2:04:03 liegt? Nur 42 Sekunden fehlen ihm aktuell.

Weltrekorde als inspiration
Während Fitwi in Hamburg um die Bestzeit kämpfte, sorgten Sebastian Sawe (1:59:30) und Yomif Kejelcha (1:59:41) in London für eine Sensation: Sie unterboten als erste Läufer bei einem offiziellen Wettkampf die magische Zwei-Stunden-Marke. Ein Rennen, das die Grenzen des Machbaren neu definierte. Fitwi selbst zeigte sich von diesen Leistungen beeindruckt: „Gigantisch. Es inspiriert mich zu sehen, was man laufen kann.“
Die Leichtathletik-Europameisterschaften im August in Birmingham bieten ihm die nächste Chance, sich zu beweisen. „Im Einzel will ich aufs Podium, und mit dem Team sowieso“, so Fitwi. Seine Ambitionen sind klar, und die Motivation scheint ungebrochen. Der Mann, der seit 2017 in Deutschland lebt, hat sich ein klares Ziel gesetzt: Er will die deutsche Langstreckenlandschaft nachhaltig prägen.
Es bleibt spannend zu beobachten, ob Fitwi in der Lage sein wird, den deutschen Rekord zu brechen und seinen Platz in der deutschen Sportgeschichte zu festigen. Eines ist sicher: Mit seiner Leidenschaft und seinem Talent hat er das Potenzial, Großes zu leisten.
