Fis-wahlkampf: eliasch kämpft um den stuhl – ospelt lauern!

Belgrad fiebert. Der FIS-Kongress steht vor der Tür und mit ihm eine Entscheidung, die den internationalen Skisport nachhaltig prägen könnte. Johan Eliasch, der amtierende Präsident, steht vor dem größten Sturm seiner Amtszeit: Alexander Ospelt aus Liechtenstein fordert ihn offen heraus und scheint eine überraschende Welle der Unterstützung zu erfahren.

Die finanzfrage als achillesferse

Die Kritik an Eliasch konzentriert sich vor allem auf die finanzielle Situation des Verbandes. Während Eliasch weiterhin auf lukrative Verträge und die Olympischen Winterspiele setzt, sehen viele Verbände ihre wirtschaftliche Existenz bedroht. „Eliaschs Politik ist ein riskantes Spiel mit den Reserven“, so ein hochrangiger Funktionär aus Österreich gegenüber der Wiener Zeitung. „Wir brauchen einen Kurswechsel.“

Doch es ist nicht nur die finanzielle Situation, die Eliasch in Bedrängnis bringt. Sein umstrittener Schritt, sich zusätzlich den georgischen Pass anzuschaffen, um zur Wahl zu antreten, hat viele Nationalverbände verprellt. Ein Schachzug, der eher Verunsicherung als Vertrauen hervorruft.

Ospelt als hoffnungsträger?

Ospelt als hoffnungsträger?

Alexander Ospelt präsentiert sich als ruhiger Gegenpol zu Eliasch. Er verspricht mehr Transparenz, eine gerechtere Verteilung der finanziellen Ressourcen und eine stärkere Einbindung der Nationalverbände. „Die FIS muss wieder ein Verband der Verbände sein, nicht eine Organisation, die von einer einzelnen Person dominiert wird“, betonte Ospelt in einem Interview mit der NZZ.

Die Konkurrenz ist groß. Neben Ospelt haben sich auch Anna Harboe Falkenberg, Victoria Gosling und Dexter Paine um den Posten beworben, zogen ihre Kandidaturen jedoch zurück. Das Rennen scheint sich auf einen Zweikampf zwischen Eliasch und Ospelt zuzuspitzen.

Die Entscheidung am Donnerstag wird entscheidend sein. Wird Eliasch seine Machtposition behaupten können, oder wird Ospelt den Verband in eine neue Ära führen? Die Spannung ist kaum auszuhalten. Urs Lehmanns plötzlicher Rücktritt als CEO der FIS, nur wenige Tage vor dem Kongress, deutet auf eine tiefe Krise im Verband hin. Seine Begründung, er wolle „Respekt vor den Wahlen“ zeigen, wirkt angesichts der Umstände mehr als fragwürdig. Ein klarer Signal für die Unzufriedenheit vieler.

Die Süddeutsche Zeitung zitierte am Montag einen Bericht von Wirtschaftsprüfern, der ein „signifikantes Sinken“ des Eigenkapitals der FIS aufzeigt. Zahlen, die die Opposition nur allzu gerne zur Untermauerung ihrer Kritik nutzen. Die Frage ist, ob Eliasch mit seinen Versprechungen von goldenen Zeiten noch überzeugen kann.

Ein knappes urteil

Ein knappes urteil

Die Prognosen sind gemischt. Während einige Experten Eliasch aufgrund seiner Erfahrung und seiner Kontakte weiterhin gute Chancen geben, sehen andere in Ospelt den Nutznießer der zunehmenden Unzufriedenheit mit der aktuellen Führung. Ein knappes Urteil ist zu erwarten. Die kommenden Stunden werden zeigen, wer den FIS-Kongress für sich entscheiden kann.