Fiorentina fliegt zum rückrunden-auftakt nach udine – jetzt zählt nur noch der klassenerhalt
Am Montagabend, 2. März 2026, 20.45 Uhr, steht für die ACF Fiorentina bereits der 27. Spieltag an. Im Bluenergy Stadium von Udine geht es nicht um Europa, sondern um reine Existenz. Nach dem dramatischen 2:1-Sieg gegen Como und dem glücklichen Auswärtserfolg in Pisa hat Raffaele Vanoli seine Mannschaft erstmals seit Wochen über der Abstiegszone. Drei Punkte in Friaul würden die Toskaner auf 27 Zähler hieven – und den Vorsprung auf den Relegationsrang auf fünf Punkte ausbauen.
Udinese zittert trotz mittelfeldplatz
Die Bianconeri haben ihre letzten drei Partien allesamt verloren, die einstige Festungsmentalität ist weg. Trainer Kosta Runjaić spricht von „Kopfproblemen“, doch die Statistik spricht eine deutlichere Sprache: Udinese kassierte in den letzten 270 Minuten sieben Gegentore, traf selbst nur einmal. Die acht Punkte Vorsprung auf Lecce schmelzen dahin wie Schnee in der feuchten Friuli-Nacht. Ein Heimsieg gegen die Viola würde die Lücke wieder auf elf Punkte erhöhen – und die eigene Fanbasis beruhigen.
Die Head-to-Head-Bilanz spricht für Florenz: Vier Siege in den letzten sechs Duellen, zwei davon in Udine. Das 3:1 vom vergangenen Mai wirkt noch nach, als Jakub Błaszczykowski die ganze rechte Seite verheizte und Luka Jović mit einem Drehschlag aus 14 Metern den Deckel draufmachte. Genau diese Momente sucht Vanoli, wenn er von „neuem Selbstvertrauen“ schwärmt.

Quote 8,0 für over 0.5 – ein geschenk?
Die Buchmacher glauben nicht an ein Torfestival, sie glauben an ein Spiel auf Messers Schneide. Die reguläre 1,10 für „Beide Teams treffen“ explodiert bei Snai für Neukunden auf 8,0 – ein Marketinggag, der aber auch die Unberechenbarkeit des Gegners unterstreicht. Denn wer die Fiorentina der letzten Wochen gesehen hat, weiß: Sie schießt zwar, aber sie trifft spät. In den letzten vier Auswärtsspielen fielen 13 Tore – acht davon nach der 75. Minute.
Vanoli wird auf 4-2-3-1 setzen, Rolando Mandragora vor der Abwehr, Nicolás González als unkonventionelle Zehn hinter dem einsamen Misteriosa. Udinese antwortet wahrscheinlich mit einem gedrehten 3-5-2, Lautaro Giannetto rückt für den gesperrten Nehuén Pérez in die Dreierkette. Die Schlüsselduelle: Sofyan Amrabat gegen Florian Thauvin – Kraft gegen Kreativität – sowie Cristiano Biraghi auf der linken Seite, der gegen die rechte Außenbahn von Udinese mit Silvestri und Ehizibue gleich zwei Gegner auf einmal binden muss.

Der countdown läuft: noch zwölf finals
Die Rückrunde ist kein Sprint mehr, sie ist ein Marathon mit Stolpersteinen. Für Fiorentina beginnt jetzt die Phase der „reinen Ergebnissuche“, wie Vanoli es nennt. Stilfragen verschieben sich auf die Sommervorbereitung. In der Kabine hängt ein handgeschriebenes Zettelchen: „Primo obiettivo: 40 punti.“ Noch fehlen 16. Udinese ist Stück Nummer eins auf dieser Liste.
Die Kurve wird zwar nur 2.000 Mitgereiste sein, doch sie werden singen, bis die Stimmen rissig sind. Denn sie wissen: Verliert Florenz, rückt Lecce wieder auf einen Zähler heran. Gewinnt sie, ist die Saison vielleicht gerettet – und Vanoli kann endlich wieder von Europa reden statt von Abstieg. In Friaul geht es um mehr als drei Punkte. Es geht um die Frage, ob die Toskaner endlich wieder nach vorn schauen dürfen.
