Finja harms wirft hin: studium siegt über kreisläuferin der luchse
Die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten verlieren ihre Kreisläuferin Nummer eins. Finja Harms, 25, zieht nach drei Jahren den Stecker – nicht wegen einer besseren Vertragspause, sondern wegen Vorlesungsplänen und Pendelstress.
In Kiel wartet ihr Studium. Dort will sie sich voll reinhängen. Die 120 Kilometer einfache Strecke zwischen Campus und Kabine haben sie zerrieben. 17 Spiele, 36 Tore, 6 Assists – das ist ihre Bilanz dieser Saison, aber die Zahlen zählen jetzt nicht mehr. Es geht um Lebensplanung statt Ligapunkte.

„Wie eine zweite familie“ – und trotzdem geht’s nach kiel
Trainer Dubravko Prelcek spricht von „Herausragendem“, meint damit aber nicht nur ihre Rückraumwürfe. Harms war Anspielstation, Abblockerin, Stimmungskanone. Im Derby gegen Werder Bremen drehte sie auf, schaffte den Zenit des Klubs: Punkte auf fremdem Parkett. Jetzt bleiben 60 Minuten Erinnerung und ein Abschied, der schon während der Abstiegskampfphase fällt.
Die Luchse stehen in der 2. Bundesliga der Frauen auf Tauchstation. Drei Spieltage sind noch, dann entscheidet sich, ob sie im Oberhaus bleiben. Harms will dabei sein, „bis zur letzten Sekunde“, wie sie in der Vereinsmitteilung schreibt. Danach fährt sie nach Kiel – ohne Umweg über die A7.
Ein Wechsel, der keine Schlagzeilen über Ablösesummen erzeugt, aber den Kaderplan durcheinanderwirbelt. Buchholz muss auf der Position nun improvisieren. Die Nachfolgerin steht noch in den Startlöchern, das Scouting läuft auf Hochtouren. Zeit ist ein Luxus, den der Tabellenende sich nicht leisten kann.
Finja Harms wird die Halle verlassen, die Fans werden „Fin-jaaa“-Rufe ausklammern. Der Verein verliert eine Spielerin, die Punkte sammelte und Herzen eroberte. Am Saisonende zählt nur eins: Der Ligaverbleib muss sicher, bevor ihre Karriere dort endet, wo für sie ein neues Kapitel beginnt.
