FIFA-Führung bekräftigt Unterstützung für Gianni Infantino nach gescheitertem Investoren-Deal
Nach dem gescheiterten Investoren-Deal hat sich die FIFA-Führungsriege hinter Präsident Gianni Infantino gestellt. Für den Präsidenten ist diese Unterstützung vorerst wichtig, doch sie beseitigt nicht die Zweifel bei großen Verbänden oder den drohenden Machtkampf. Die Krisensitzung in Rabat (Marokko) bestätigte die "volle Unterstützung" für Infantino, der im Gegenzug dem Generalsekretär und der Verwaltung sein Vertrauen zusicherte. Ziel war es, den Eindruck einer stabilen Führung und Kontrolle zu vermitteln, obwohl tieferliegende Probleme weiterhin bestehen.
Die wichtigsten Punkte der Sitzung
Die Rückendeckung kam nicht von den 211 Mitgliedsverbänden, die im März 2027 über Infantinos Fortbestand im Amt abstimmen, noch vom FIFA-Rat, dem wichtigsten Entscheidungsgremium. Stattdessen stammte sie aus der administrativen Spitze des Verbandes, dem Management Board. Dieses Gremium, angeführt vom Generalsekretär Mattias Grafström, ist für die operative Arbeit der FIFA zuständig. Für Infantino ist diese Unterstützung von Bedeutung, nachdem mehrere Führungskräfte öffentlich auf Distanz gegangen waren und er einen offenen Bruch mit der Verwaltung verhindern musste.

Interne Kritik und Konsequenzen
Die Notwendigkeit dieses Signals rührte von der internen Kritik her. Geschäftsführer Kevin Lamour hatte erklärt, die Mitarbeiter seien beim Investorenprojekt "getäuscht" worden und bezeichnete es als das Projekt einer einzelnen Person. Infantinos Berater Carlos Cordeiro trat zurück und nannte das Vorhaben einen schlechten Deal für den Fußball. Auch Arsène Wenger, zuständig für die globale Fußballentwicklung, betonte seine Nichtbeteiligung und sprach von einem "absolut notwendigen" Rückzug. Selbst Generalsekretär Grafström sprach in einer internen Nachricht von einer "traurigen und verwerflichen Serie von Ereignissen", ohne Infantino direkt zu erwähnen.

Ein vorsichtiger Schuldeingeständnis
Die FIFA räumte Fehler ein, allerdings sehr vorsichtig. In einer Erklärung entschuldigte sich der Verband beim FIFA-Rat und allen 211 Mitgliedsverbänden dafür, dass das Investorenprojekt nicht den Eindruck erwecken sollte, Rat und Verbände vom Verfahren auszuschließen. Die Abläufe hätten anders gehandhabt werden müssen. Es wurde eine interne Prüfung angekündigt. Die Formulierung war bewusst gewählt, um lediglich das "Fühlen" einer Ausgrenzung anzusprechen und Fehler in der Kommunikation und den Abläufen zu benennen, ohne die grundsätzlichen Probleme der Pläne anzuerkennen, die viele Fans und Verbände gegen die FIFA aufgebracht haben.

Die Frage des Rückhalts bleibt offen
Infantino hatte geplant, rund 20 Prozent einer neu zu gründenden Gesellschaft an private Investoren zu verkaufen, in der wichtige kommerzielle Rechte gebündelt werden sollten. Die FIFA bewertete diese Gesellschaft mit 20 Milliarden. Die FIFA gesteht Fehler ein, doch die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: Hat Infantino nach seinem Alleingang noch genügend Rückhalt bei den Verbänden? Die Formulierung, Infantino sei der "einzige von den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden gewählte Funktionär", wirkt defensiv und deutet an, dass die Verwaltung ihn derzeit nicht aus dem Amt drängen kann. Die eigentliche Herausforderung für Infantino wird es sein, das Vertrauen der Verbände zurückzugewinnen.
