Fifa in der kritik: us-politiker fordern transportkosten-übernahme für wm

Der Traum vom preisgünstigen WM-Besuch in den USA droht zu platzen. US-Politiker schlagen Alarm, nachdem die geplanten Preise für den öffentlichen Nahverkehr während des Turniers astronomische Höhen erreichen – und fordern von der FIFA eine rasche Intervention. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die exorbitanten Kosten für die Anreise zu den Stadien in New Jersey und Boston.

New jersey: pendler sollen für fifa-profitzahlen blechen?

Laut Berichten des Portals The Athletic plant der Verkehrsbetrieb New Jersey Transit, für die Fahrt von Manhattan zum MetLife Stadium mehr als 100 US-Dollar zu verlangen. Das ist ein regelrechter Schlag ins Gesicht der Pendler, die normalerweise mit einer Hin- und Rückfahrt für die 29 Kilometer für rund 13 US-Dollar rechnen dürfen. Chuck Schumer, der führende Demokrat im Senat, prangerte die Situation scharf an: „Die FIFA wird bei der WM fast elf Milliarden Dollar einnehmen, doch die Menschen in der Region New York sollen die Zeche dafür bezahlen.“

Auch die Gouverneurin des Bundesstaates New York, Kathy Hochul, zeigte sich empört. Sie betonte, dass die WM „so erschwinglich und zugänglich wie möglich“ sein sollte und bezeichnete die Preise für die Zugfahrt als „furchtbar hoch“. Die FIFA, die sich stets als Verfechter des Fußballs für alle präsentiert, steht damit vor einem Imageschaden. Ob der Verband den Forderungen nachkommt und die Transportkosten übernimmt, bleibt abzuwarten.

Boston folgt: shuttlebus-preise explodieren

Boston folgt: shuttlebus-preise explodieren

Doch New Jersey ist nicht der einzige Standort, an dem die Transportkosten für Kopf und Kragen gehen. Auch in Boston sorgen die Preise für Diskussionen. Der Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs kündigte an, dass der Fahrkartenpreis für NFL-Spiele der New England Patriots von 20 US-Dollar auf satte 80 US-Dollar bei der WM steigen wird. Wer zum rund 43 Kilometer entfernten WM-Stadion in Foxborough fahren möchte, muss für einen Shuttlebus sogar 95 US-Dollar für Hin- und Rückfahrt einplanen. Die Gesamtkosten für die Verbindungen zu den acht Spielen im MetLife Stadium, einschließlich des Finales am 19. Juli, werden auf rund 48 Millionen US-Dollar geschätzt.

Die FIFA steht nun im Zugzwang. Es bleibt zu hoffen, dass der Verband erkennt, dass ein teures WM-Besuch nicht nur Fans vergrault, sondern auch dem Image des Fußballs als Volkssport schadet. Denn eins ist klar: Die Freude am Spiel darf nicht am leeren Geldbeutel der Fans scheitern.