Fiebernd und trotzdem durch: zverev überlebt altmaiers höllenjagd
Alexander Zverev schleppte sich mit 38,8 °C Fieber auf den Court, schüttelte sich, schlug dann aber doch zu. 7:5, 6:3 gegen Daniel Altmaier – ein Ergebnis, das wie ein kleines Wunder klingt, wenn man die Zahlen kennt: zwei nächtliche Fieberschübe, 1:45 Stunden Spielzeit, vier Matchbälle.
Altmaier spielt sich in rekordform – und trifft auf einen zverev, der sich nur noch auf willenskraft bewegt
Zverev selbst redet das nicht schön. „Ich bin krank, richtig krank“, sagt er ins Sky-Mikro, die Stimme heiser, die Augen gerötet. „Sobald mein Körper nach Madrid runtergefahren ist, hat sich das Virus seinen Weg gebahnt.“ Die Quarantäne-Regel kennt er, trotzdem reiste er an. Rom gehört zu seinen Lieblingsturnieren, und er wollte dem Feld signalisieren: Ich bin da, auch wenn ich taumle.
Altmaier merkte schnell, dass der Gegner nicht in Bestform war. Er spielte aggressiver, als wir ihn bisher kannten – Stoppbälle, winnerline-Backhands, Aufschlaggeschwindigkeiten um 210 km/h. „Das war sein bestes Match gegen mich, hands down“, gibt Zverev zu. Die Statistik untermauert es: 26 Winner schlug der Kempener, nur 18 unerzwungene Fehler. Doch jede Übernahme brachte auch Risiko. Beim Stand von 5:5 im ersten Satz netzte Altmaier eine Vorhand, die sonst drin gewesen wäre – Break für Zverev. Die Wende.

Nächster gegner kommt aus den niederlanden oder belgien – und dahinter lauert schon sinner
Jetzt heißt es regenerieren. Tallon Griekspoor oder Alexander Blockx warten, beide Grundlinienschläger, beide hungrig. Und dahinter, so der Plan der Setzliste, droht im Finale ein Wiedersehen mit Jannik Sinner. Neun Pleiten in Serie stehen da in der Bilanz, ein psychologischer Riesenblock. „Ich nehme Schritt für Schritt“, sagt Zverev, „heute war Schritt eins überlebenswichtig.“
Im deutschen Lager brennt noch Licht: Yannick Hanfmann kann ins Achtelfinale einziehen, muss aber Luciano Darderi stoppen. Scheitert er, bleibt Zverev alleiniger deutscher Hüter in der ewigen Stadt. Jan-Lennard Struff ist nach dem 6:7, 3:6 gegen Jiri Lehecka schon raus. Die Bilanz nach Tag eins: ein Sieg, eine Niederlage – und ein Spieler, der trotz Fieber die Nacht durchschläft, weil er weiß: morgen geht’s weiter, ob mit oder ohne Thermometer.
