Fidalgo rast in mexiko-startelf: aguirres geheimwaffe gegen portugal
Als Javier Aguirre die Startaufstellung für das Freundschaftsspiel gegen Portugal auf den Tisch knallte, flatterte ein Name durch die Kabine, den selbst mexikanische Medienexperten erst googeln mussten: Álvaro Fidalgo. 60 Minuten später hatte der Betis-Mittelfeldspieler den Begriff „Zufallsaufgebot“ ausgelöscht.
Aguirre lobt: „er forderte den ball, störte portugal, machte alles richtig“
Der Coach setzte den 26-Jährigen direkt ins Zentrum, neben Edson Álvarez, gegen den Europameister von 2016. Ergebnis: 0:0, aber mit dem höchsten Anteil an Ballbesitz, den Mexiko in einem Test seit 2022 hatte. Fidalgo passte 48-mal in der ersten Halbzeit, nur einmal verloren. Aguirre nach Abpfiff: „Ich liebe seine Persönlichkeit. Er schaltet schnell, ist laut, präsent – genau das, was wir brauchen, wenn 2026 das eigene Turnier ansteht.“
Am Mittwoch geht es gegen Belgien im Soldier Field von Chicago. Danach fliegt Fidalgo zurück nach Andalusien, um mit Betis am Samstag gegen Espanyol anzutreten. Drei Länder, sieben Tage, zwei Teams – für den Madrilenen ein Turbo-Monat, der vor drei Jahren noch undenkbar war.

Vom castilla-bankspieler zum azteken-traum
Die Karriere des Mittelfeldstrategen liest sich wie ein Krimi mit verschlungenen Pfaden: Sporting-Madrid, Oviedo, Real Madrid-Castilla, dann América – und seit Januar Heliópolis. Dort avancierte er sofort zu Pellegrinis Liebling: sechs Liga-Startelfeinsätze in sieben Spielen, ein Tor im Sevilla-Derby, Europa-League-Achtelfinale gegen Panathinaikos. Als die WhatsApp-Nachricht von Aguirre eintrudelte, stand er gerade unter der Südkurve des Benito Villamarín. „Mein Handy glühte, ich dachte, es spielt verrückt“, sagte er der mexikanischen FA-Pressestelle. „Eine Stunde später habe ich meiner Familie gesagt: Ich werige im Azteca spielen. Das ist das größte Stadion der Welt für mich.“
Derzeit sichert sich Fidalgo Stammplätze auf zwei Kontinenten. In Mexiko spricht man offen von ihm als „Geheimtipp für 2026“, wenn das Turnier im eigenen Land losgeht. Gruppe A: Südafrika, Südkorea, Sieger der Play-off-Runde (Dänemark/ Tschechien). Ein Mix, der Tempo und Ballsicherheit verlangt – genau die Attribute, die Fidalgo gegen Portugal unter Beweis stellte.
Aguirre hat angekündigt, Rotation hin oder her, gegen Belgien wieder auf dieselbe Doppelsechs zu setzen. Für Fidalgo winkt also das nächste 90-Minuten-Casting. Die Botschaft ist klar: Wer sich in Sevilla durchbeißt, landet irgendwann auf dem grünen Teppich des Azteca. Und vielleicht sogar im WM-Eröffnungsspiel. Keine Marketing-Story, sondern eine Tatsache, die aktueller ist als jede Transfergerücht-Seite.
