Fia stoppt trick: mercedes und red bull verlieren qualifying-vorteil
Die Formel 1 wird sauberer – zumindest in puncto Qualifying. Die FIA hat einen Schlupf in der Elektro-Power-Regulierung geschlossen, den Mercedes und Red Bull in dieser Saison ausgenutzt haben, um sich im letzten Sektor der Qualifying-Runden einen spürbaren Vorteil zu verschaffen. Ab dem Grand Prix von Miami ist damit Schluss.

Ein notfallsystem für mehr leistung?
Es geht um den sogenannten „Notfallmodus“ des MGU-K, der eigentlich dazu dient, im Falle eines Defekts die Leistung des Elektromotors kontrolliert zu reduzieren. Mercedes und Red Bull – sowie ihre Kundenteams – haben diesen Modus jedoch clever missbraucht, um im letzten Sektor der Qualifying-Runde kurzzeitig zusätzliche Leistung freizusetzen. Die FIA hatte bereits in der Regelung für 2026 vorsichtig Regeln zur schrittweisen Reduzierung der Leistung eingeführt, um gefährliche Geschwindigkeitsunterschiede zu vermeiden. Doch die Teams fanden einen Weg, diese Vorgaben zu umgehen, indem sie den Notfallmodus aktivierten, ohne die schrittweise Reduzierung einhalten zu müssen.
Der Clou: Da die Runde anschließend direkt in die Boxengasse führte, spielte die automatische Deaktivierung des MGU-K nach 60 Sekunden keine Rolle mehr, da die Fahrer ohnehin keine Zeit mehr hatten, die Strecke zu befahren. The Race berichtete zuerst über diesen Umstand. Der vermeintliche Trick erlaubte es den Teams, wertvolle Hundertstelsekunden herauszukitzeln, die im Qualifying entscheidend sein können und den Unterschied zwischen Q3 und Q2 ausmachen.
Die FIA war bereits in Japan aufmerksam geworden und hatte den Einsatz des Notfallmodus in dieser Form unterbunden. Nun ist die Regeländerung offiziell und bindend. Es bleibt abzuwarten, wie sich die veränderten Bedingungen auf die Kräfteverhältnisse im Qualifying auswirken werden. Die Teams müssen nun alternative Strategien finden, um ihre Rundenzeiten zu optimieren – und die Fans dürfen sich auf spannendere und fairere Qualifying-Sessions freuen.
Die FIA hat mit dieser Entscheidung ein klares Signal gesendet: Cleverness ist gefragt, aber nicht auf Kosten der Einhaltung der Regeln. Und das ist gut so, denn die Integrität des Rennsports darf nicht durch technische Spielereien untergraben werden. Die Fahrer werden sich nun verstärkt auf das perfekte Setup und die Fahrerleistung konzentrieren müssen, um im Qualifying die Oberhand zu gewinnen.
