Ferrari-drama in montreal: leclerc am boden, hamilton profitiert

Montreal – Jubel und Entsetzen in der Ferrari-Garage: Während Lewis Hamilton mit einem starken zweiten Platz die Stimmung auflockerte, kämpfte Charles Leclerc mit einem Albtraum-Wochenende und gab sich nach dem Rennen frustriert und desillusioniert.

Leclercs selbstkritik: „kein verdienter preis“

Leclercs selbstkritik: „kein verdienter preis“

Der Monegasse beendete das Rennen zwar auf einem soliden vierten Platz, doch die Freude blieb aus. „Ich betrachte das nicht als Belohnung. Eher als Glück, als Anerkennung für meine harte Arbeit“, erklärte Leclerc nach dem Rennen. Seine Worte offenbarten eine tiefe Unzufriedenheit, die weit über das Ergebnis hinausging. Schon im Sprintrennen hatte er den fünften Platz belegt, im Qualifying war er Sechster gewesen – ein Ergebnis, das angesichts seiner Leistungsfähigkeit deutlich zu niedrig war.

Das Problem lag offenbar in der mangelnden Verbindung zum Fahrzeug. „Ich hatte von der ersten Freien Trainingssession bis zum letzten Boxenstopp kein Gefühl für die Reifen. In den letzten 15 Runden fuhr ich eineinhalb Sekunden hinter meinem üblichen Tempo, um nicht unnötig zu riskieren. Und selbst dann gab es Momente, in denen ich dachte: ‚Das ist zu eng‘“, gestand Leclerc.

Hamilton als Vorbild: Der Ferrari-Pilot sah in Lewis Hamilton eine klare Referenz. „Es ist gut, eine so starke Referenz zu haben, wie Lewis, der dieses Wochenende absolut herausragend war und ein tolles Gefühl für das Auto hatte. Ich kann analysieren und verstehen, warum es so einen Unterschied gab.“ Die Worte unterstreichen die Diskrepanz zwischen Leclercs Erfahrungen und der starken Performance seines Teamkollegen.

Die Tatsache, dass Leclerc in der Weltmeisterschaft nur noch 13 Punkte hinter George Russell liegt und 56 Punkte vor Kimi Antonelli, tröstet ihn kaum. Er ist zwar der Mercedes-Fahrer am nächsten, doch die Probleme mit dem Fahrzeug sind offensichtlich. Die Punkte, die er in Montreal holte, waren für ihn lediglich ein kleiner Trost. „Das Ergebnis ist besser als das Gefühl im Auto, aber an solchen Wochenenden, in denen man keine guten Gefühle hat, ist es meine Aufgabe, die Punkte zu maximieren.“

Nun steht für Leclerc das Heimrennen in Monaco an – ein Rennen, das für ihn eine besondere Bedeutung hat. Ob er dort seine Probleme in den Griff bekommen kann, bleibt abzuwarten. Die Fans dürfen gespannt sein, ob der Monegasse in seiner angestammten Umgebung wieder zu alter Stärke finden kann. Denn eines ist klar: Die Ferrari-Mannschaft muss dringend eine Lösung finden, um Leclercs Frust abzubauen und seine Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Sonst drohen weitere enttäuschende Ergebnisse.