Fernández am boden zerstört: fehlstart kostet motogp-chance!
Mugello – Raúl Fernández, normalerweise ein Mann der ruhigen Stärke, zeigte sich nach dem Großen Preis von Italien in Mugello sichtlich erschüttert. Der Sieg, der so nah schien, war in einer Sekunde futzlos – ein verpatzter Start, der ihn in einen Kampf um Positionen zwang und seine Ambitionen im Keim erstickte.
Die bittere pille des verpassten auftritts
Fernández hatte sich nach einem starken Sprint-Sieg, der seine zunehmende Wettbewerbsfähigkeit demonstrierte, selbstredend mehr erhofft. Die Aprilia schien bereit für den Angriff, doch der Fehler in der ersten Kurve – ein verpatzter Start, der ihn sofort in einen Aufholjagd-Modus versetzte – durchkreuzte seine Pläne. „Es ist ein bisschen seltsam“, so der Spanier nach dem Rennen, „denn ich habe am Bremspunkt genau das gemacht, was ich auch am Samstag getan habe. Ich hatte eine klare Referenz für einen guten Start. Aber aus irgendeinem Grund hat der zweite Gang nicht sofort eingelegt. Wenn der zweite Gang fehlt, muss man früher und stärker bremsen.“
Die Konstellation mit Marco Bezzecchi, der sich in einer anderen Linie öffnete, verschärfte die Situation zusätzlich. „Ich habe mich auf seine Linie verlassen, er fuhr schräg und mit Slipstream bin ich einfach mitgegangen und bin in die Auslaufzone geraten“, erklärte Fernández frustriert. Die Konsequenz: Ein Rennen, in dem er trotz aller Bemühungen nicht an seine eigentliche Leistungsfähigkeit herankam. Die Wut ist greifbar, wie er selbst zugab.

Mehr als nur ein verlorener podestplatz
Fernández’ Selbstkritik ist unerbittlich. Er spricht nicht nur von einem verlorenen Rennen, sondern von einem Scheitern gegenüber seinem Team. „Ich bin sehr selbstkritisch mit mir selbst“, gestand er. „Ich weiß, dass es mich schlafen kosten wird. Ich möchte immer alles perfekt machen, und wenn ich so einen Fehler mache, besonders wenn so viele Menschen hart arbeiten, dann fühle ich mich schlecht – mehr wegen ihnen als wegen des verpassten Podiums.“
Die Chance auf eine Top-Platzierung war real gewesen. Der Spanier spürte, dass er mit der Aprilia zu Höchstleistungen fähig ist. „Ich habe im letzten Jahr in Australien gewonnen, aber heute hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich ein bisschen stärker war als die anderen“, so Fernández. Doch dieser Moment der Zuversicht wurde durch den Start-Fehler zunichte gemacht. Ob die zusätzliche Sicherheit ihm nun zum Verhängnis geworden ist, bleibt Spekulation.
Der Fokus liegt nun auf der kommenden Rennwoche in Mugello. „Wir werden versuchen, unsere eigenen Chancen zu schaffen, wenn sie nicht da sind.“ Fernández und sein Team werden die Daten analysieren, die Ursachen des Fehlers ergründen und daran arbeiten, ihn in Zukunft zu vermeiden. Denn eines ist klar: Im MotoGP sind es die kleinen Details, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Und Raúl Fernández will sicherstellen, dass er diese Details künftig meistert – um sich selbst und sein Team nicht länger unnötig vorwerfen zu müssen.
Die nächste Chance auf Wiedergutmachung kommt schnell. Und Fernández wird zweifellos alles daran setzen, sie zu nutzen. Denn eines ist gewiss: Der junge Spanier hat noch viel vor und lässt sich von Rückschlägen nicht entmutigen.
