Fc emmelshausen-karbach schlägt sich in der oberliga-tabellenspitze, aber der aufstieg ist kein thema
Der FC Emmelshausen-Karbach feiert einen perfekten Frühjahrsstart, doch hinter den Kulissen herrscht klarer Realismus. Platz 5 in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar? Schön. Regionalliga? Fehlanzeige. „Infrastrukturell, finanziell und vom Konzept her würde das nicht passen“, sagt Trainer Patrick Kühnricht – und meint damit, dass der Klub lieber nachhaltig wächst, statt sich zu verbrennen.
Max wilschrey trifft, aber 2027 wird er weg sein
16 Tore, Platz zwei der Torjägerliste, Lebensversicherung im Angriff – Max Wilschrey liefert die Zahlen, die jede Mannschaft braucht. Der 30-Jährige pendelt täglich 120 Kilometer aus Wermelskirchen, um zu trainieren. Nach der Saison 2026/27 ist Schluss. „Die Entfernung wird zur Belastung“, sagt er knapp. Sein Abschied ist beschlossene Sache, der Ersatz steht noch in den Sternen.
Die Punkte kommen trotzdem. Drei Pflichtspiele, drei Siege – gegen Rot-Weiß Koblenz, SV Gonsenheim und im Rheinlandpokal gegen SG 06 Betzdorf. Das Halbfinale am 1. April gegen Eintracht Trier rückt in den Fokus. „Größtes Saisonziel“, sagt Wilschrey, und Kühnreich nickt: „Der DFB-Pokal ist unser Wembley.“

Christopher theisen bringt dritte liga ins mittelfeld
Neuzugang Christopher Theisen lief jahrelang für TSV Steinbach Haiger in der Regionalliga auf. Beim FCEK soll er die Spieldiktatur übernehmen, die jungen Laufkriege um sich herum ordnen. „Intelligent, laufstark, ein Puzzleteil mit Ecken und Kanten“, beschreibt Kühnreich den 28-Jährigen. Die erste Bewährungsprobe folgt am Samstag gegen FC Cosmos Koblenz – ein Gegner, der im Hinspiel sowohl das Spiel als auch die Nerven gewann (0:2, drei Rotte, verschossener Elfmeter).
Die Tabelle lügt nicht, sagt der Trainer. Nach 21 Spielen steht Emmelshausen-Karbach auf Rang fünf, nur drei Punkte hinter Spitzenreiter Kaiserslautern II. Die Spitze anzugreifen, hält Kühnreich für „realitätsfremd“. Die eigenen Ansprüche sind trotzdem klar: „Wir wollen im oberen Drittel überwintern und im Pokal weitermachen.“ Mehr ist drin, ohne zu kollabieren.
Die Fusion aus Emmelshausen und Karbach ist ein Jahr alt. Was damals als Experiment galt, funktioniert jetzt wie ein Uhrwerk. Junge Sprinter, alte Hasen, ein Sturm mit Abgangsstimmung – und ein Trainer, der lieber pokaliert als aufzusteigt. Die Oberliga ist ihre Büne, der DFB-Pokal der Jackpot. Alles andere wäre vermessen.
