Fahren mit durst: was autofahrer beim trinken wirklich dürfen

Ein Schluck Wasser während der Fahrt – harmlos, oder? Die Rechtslage ist überraschend kompliziert und sorgt regelmäßig für Verwirrung am Steuer. Was erlaubt ist, was nicht, und wie die Polizei entscheidet, wenn es knallt.

Die knifflige balance zwischen durst und sicherheit

Es ist ein Dilemma, das viele Autofahrer kennen: Der Durst plagt, aber das Trinken während der Fahrt scheint ein rechtliches Grauzone zu sein. Während es grundsätzlich erlaubt ist, Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ist die Frage, wie dies ohne Beeinträchtigung der Fahrt abläuft, entscheidend. Denn § 18 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) verlangt unmissverständlich, dass der Fahrer „seine eigene Freiheit der Bewegungen, das erforderliche Sehfeld und die ständige Aufmerksamkeit“ gewährleisten muss.

Die Interpretation ist entscheidend: Eine schnelle Erfrischung ist in Ordnung, solange sie nicht die Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen ablenkt. Ein Schluck aus einer Trinkflasche, während man kurz den Blick vom Verkehr abwendet, dürfte unproblematisch sein. Doch schon das Hantieren mit einer verschlossenen Flasche oder ein längeres Ablenken, um einen Deckel zu öffnen, kann zu Ärger führen.

Es gibt keine festgelegte Zeitspanne, wie lange man eine Hand vom Lenkrad nehmen darf. Die Gesetzgebung geht davon aus, dass es „unvermeidbare“ Handlungen gibt, wie das Schalten oder Bedienen der Klimaanlage. Hier kommt es auf die Vernunft des Fahrers an: Ist die Handlung sicher und beeinträchtigt sie die Kontrolle über das Fahrzeug nicht, ist sie in der Regel erlaubt.

Aber Vorsicht: Ein aufmerksamer Polizist wird genau hinschauen. Wenn er feststellt, dass das Trinken zu einem Fahrfehler geführt hat – beispielsweise zu einem Spurverlassen, einem abrupten Bremsen oder einem unaufmerksamen Blick auf die Straße – kann es teuer werden.

Die kosten für unaufmerksamkeit

Die kosten für unaufmerksamkeit

Die Höhe des Bußgeldes hängt vom Grad der Fahrlässigkeit ab. Bei leichter Unaufmerksamkeit, beispielsweise einem kurzen Blick weg vom Verkehr, wird in der Regel ein Bußgeld von 100 Euro verhängt, ohne Punkte in Flensburg. Führt das Trinken jedoch zu einer gefährlichen Situation, beispielsweise zu einem Rütteln am Lenkrad oder einer riskanten Bremsung, wird die Strafe deutlich höher ausfallen – bis zu 200 Euro und möglicherweise auch Punkte in Flensburg.

Tipp für den sicheren Schluck: Wer regelmäßig während der Fahrt trinken muss, sollte auf praktische Helfer wie Trinkflaschen mit Sportdeckel oder Thermobecher mit Deckel zurückgreifen. Diese ermöglichen es, mit einer Hand zu trinken, ohne die Aufmerksamkeit vom Verkehr ablenken zu müssen. Auch die Platzierung der Getränke ist wichtig: Sie sollten sich in Reichweite befinden, aber nicht so, dass sie beim Fahren herumrollen und ablenken können.

Die Straßenverkehrsordnung setzt hier auf den gesunden Menschenverstand. Trinken Sie, aber tun Sie es verantwortungsbewusst – und denken Sie daran: Sicherheit geht immer vor!