Fabián ruiz: vom unscheinbaren talent zum wm-kandidaten

Ein dünner Junge, kaum Muskeln, ein Flaum statt eines Bartes – so erscheint Fabián Ruiz auf dem ersten Foto, das MARCA von ihm veröffentlicht. Ein Trainingslauf im Winter, damals noch in der zweiten Liga mit Betis Sevilla. Ein Bild, das eine unglaubliche Geschichte erzählt: Vom Kampf seiner Mutter in der Luis del Sol Sportanlage, die ihm den Weg zum Fußballer ebnete, bis hin zu seinem Aufstieg zu einem der besten Mittelfeldspieler der Welt.

Die mühsame reise zum weltklassespieler

Fabiáns Weg war alles andere als geradlinig. Mit 30 Jahren, im April vollendet, steht er vor seiner ersten WM – eine, die er verdient gehabt hätte, wäre er nicht von Luis Enrique für die Weltmeisterschaft in Katar geopfert worden. Er verschwand nach dem Viertelfinalspiel gegen Kroatien spurlos aus dem Team, bis De la Fuente das Ruder übernahm.

Doch, wie so oft im Fußball, steckt hinter dem Erfolg harter Kampf und persönliche Opfer. Ein Wendepunkt war die Leihe zu Elche im Januar 2017. Ein radikaler Wechsel, der ihn plötzlich allein zurückließ, mit einem Körper, der sich veränderte, und in einem Team, das den Abstiegskampf bestritt. Toril nahm ihn auf und gab ihm die Chance, sich zu beweisen. „Er war ein technisch sehr begabter Junge. Seine linke Fuß, seine taktische Intelligenz und seine Kombinationsfreude sprachen Bände über sein Potenzial“, erinnert sich Vicente Parras, der damalige Trainer.

Seine Entwicklung, insbesondere seine physische Stärke, hat Parras überrascht. „Der Wechsel nach Neapel war entscheidend, dort wurde er zum Allround-Talent. Bei uns sah ich bereits einen Spieler, der auf kurzem Raum kombinieren und passen konnte. Doch sein taktisches Wachstum, seine körperliche Reife und seine Laufbereitschaft sind beeindruckend.“

Und wie De la Fuente weiß auch Parras: Fabián wird unterschätzt. „Wenn er in Madrid oder Barcelona spielen würde, würde man viel mehr über ihn sprechen.“

Die renaissance unter de la fuente und das lob von enrique

Die renaissance unter de la fuente und das lob von enrique

Die Beziehung zu Luis Enrique war kompliziert, doch der Zufall brachte die beiden im Pariser PSG wieder zusammen. Dort wurde Fabián zu einem Eckpfeiler der Mannschaft, die nun unter Enriques Führung triumphiert. „Ich habe mich geirrt“, räumte Enrique ein – eine ehrliche Aussage, die die Bedeutung des Spielers unterstreicht.

De la Fuente hingegen hatte von Anfang an vollstes Vertrauen in Fabián. Verletzungen setzten ihn lediglich kurzzeitig außer Gefecht. Gemeinsam feierten sie bereits Erfolge bei der U21-Europameisterschaft und nun bei den absolvierten Nationalmannschaften. Wenn De la Fuente über Fabián spricht, leuchten seine Augen. „Wenn er nicht Fabián Ruiz heißen würde, würde man viel mehr über ihn reden“, meinte er einmal – eine Aussage, die Fabián sichtlich stolz machte. „Ich bin stolz darauf, Fabián Ruiz zu heißen“, antwortete er.

Sein famöser Dribbling gegen Deutschland bei der Europameisterschaft ist ein Beweis für sein Können und seine Kreativität. Ein Moment, der immer wieder in Erinnerung gerufen wird, als er drei deutsche Topspieler – Kroos, Müller und Wirtz – mit einem eleganten Haken stehen ließ und auf Neuer zurollte.

Die Geschichte von Fabián Ruiz ist ein Beispiel für harte Arbeit, Entschlossenheit und die Fähigkeit, sich neu zu erfinden. Ein Spieler, der oft im Schatten größerer Namen steht, aber dessen Bedeutung für das spanische Nationalteam unbestritten ist. Seine Reise vom unscheinbaren Talent zum WM-Kandidaten ist ein inspirierendes Beispiel für alle, die von ihren Träumen träumen.