Ex-hai schütz schießt kölns punktereport nach unten

Der Mann, den die Kölner Haie im Sommer ziehen lassen wollten, sorgte für ihren ersten Dämpfer seit 22 Spielen. Justin Schütz traf in der SAP Arena doppelt gegen seinen Ex-Arbeitgeber, Mannheim gewann 5:1 und stoppte die Punktejagd des Tabellenführers.

Schütz schlägt doppelt – und genau in der richtigen minute

Die Anzeigetafel zeigte 14:59, als der 26-Jährige den Puck aus spitzem Winkel versenkte. Kurz vor der zweiten Pause legte er nach, diesmal per Abfälser nach Vorlage von Markus Vogtmann. Dazwischen lagen nur 15 Sekunden, in denen die Haie komplett neben sich standen. „Wir haben sie in der Transition gefunden, wo sie verletzlich sind“, sagte Adler-Coach Johan Perrault, ohne ein Grinsen zu unterdrücken.

Die Niederlage bremst Kölns Jagd auf den Punkterekord von 116 Zählern, den die Mannheimer 2019 aufgestellt hatten. Bei noch drei verbleibenden Spielen steht die Haie-Truppe bei 113 Punkten. Das Restprogramm: Augsburg, Berlin, Iserlohn – alles Teams, die um die letzten Playoff-Tickets kämpfen. Die Luft wird dünner.

Strafen statt strafen – haie laufen ins messer

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Köln kassierte sieben Minuten in Überzahl, nutzte aber nur eine. „Wir haben geballert, aber nicht getroffen“, sagt Kapitän Moritz Müller. Die Statistik gibt ihm recht: 38 Torschüsse, nur ein Tor – ein Querschläger von Ryan MacInnis. Torkeeper Felix Brückmann parierte 37 Mal, sein Gegenüber Gustaf Wesslau nur 13. Die Zahlen lügen nicht.

Unter der Strich zeigt sich ein weiteres Problem: Die Haie verloren 58 % der Bullys im Defensivdrittel. „Wenn du den ersten Schlag verpasst, spielst du immer hinterher“, sagt Co-Trainer Uwe Krupp. Die Folge: Mannheim konnte den Spielverlauf diktieren.

Tigers festigen platz zwei – berlin rückt näher

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Parallel schossen die Straubing Tigers mit dem 5:3 gegen Schwenningen die Wild Wings aus dem Rennen. Mit 104 Punkten sind die Niederbayern vorzeitig Viertelfinal-Gastgeber – und sparen sich damit ein Auswärtsspiel. Red Bull München kam gegen Wolfsburg nicht über 4:1 hinaus, bleibt aber auf Schlagdistanz.

Die große Überraschung lieferte Berlin: Die Eisbären schossen sich mit dem 5:4 in Nürnberg auf Rang sechs und damit direkt ins Viertelfinale. Ohne den verletzten Korbinian Geibel, der we einer Schulter-OP für den Rest der Saison ausfällt, trafen Marcel Noebels und Jean-Sébastien Dea binnen 180 Sekunden. Liam Kirk sicherte mit seinem 32. Saisontor den Dreier. „Wir haben gelernt, auch ohne unseren Powerplay-Spezialisten zu punkten“, sagt Trainer Serge Aubin.

Für Köln bleibt die Erkenntnis: Rekorde sind schön, aber der Pokal wird im April vergeben. Und der steht in Mannheim schon mal nicht im Regal.